Impressionen · Reisen

Abtauchen in Mexiko – ein wahrer Traum

In meinem letzten Beitrag habe ich bereits über meine ersten Erlebnisse in Quinatana Roo berichtet. Nun will ich euch von unseren Unterwasserabenteuern berichten. Die Tauchplätze an der Riviera Maya zählen zu den schönsten der Welt. Nach Australien befindet sich hier das zweitgrößte Korallenriff und eine dementsprechend große Vielfalt an Fischen und Pflanzen. Die Sicht ist geradezu herausragend und variiert zwischen 25 Metern und „so weit kann ich gar nicht gucken“. Für Tauchliebhaber ist deshalb klar: Hier muss getaucht werden!

Da meine Reisebegleitung bisher noch gar keine Taucherfahrung hatte und nicht einmal mit einer ABC-Ausrüstung (gemeinhin auch als „Schnorcheln“ bezeichnet) umzugehen wusste, war ich natürlich etwas eingeschränkt. Das Gute an der Riviera Maya ist jedoch, dass es wunderschöne Tauchplätze gibt, die nicht tiefer als 10m sind und sich auch wunderbar von der Wasseroberfläche aus erkunden lassen. Daher beschlossen wir, erstmal mit dem Schnorcheln anzufangen.

Wie bereits in meinem vorherigen Beitrag geschrieben, war Tulum unser erstes Schnorchelziel – allerdings auch völlig ungeplant. Unsere Gastfamilie hatte lediglich ein sehr gutes Angebot erhalten und wir haben spontan zugegriffen. Daher ging es nach unserem Besuch der Maya-Ruinen direkt zum Strand, wo wir ein Boot bestiegen und etwas aufs offene Meer hinausfuhren. Weit genug weg von den Badenden am Strand, aber noch nah genug, um nicht von den Wellen und der Strömung erwischt zu werden. Hier konnten wir uns erst mal mit dem warmen Wasser anfreunden und die hervorragende Sicht genießen. Seesterne, Seeigel, einige Fischschwärme, Korallen und vieles mehr bereicherten unseren Trip. Mein persönliches Highlight: Eine noch sehr junge echte Karett-Schildkröte, die etwa fünf Meter vor mir tauchte. Als ich abgetaucht bin von der Oberfläche und etwa auf ihrer Höhe war, wendete sie und tauchte auf mich zu. Bei etwa anderthalb Metern Entfernung, die mir unter Wasser natürlich als viel weniger vorkamen, konnte ich ihr in die Augen schauen und sie ganz genau betrachten. Etwa genauso neugierig hat sie auch mich angeschaut („Hola, soy Tortuga, y tu?“), bis sie wieder abdrehte und weiterschwamm. Völlig begeistert hatte ich ganz vergessen, dass meine Luft knapp wurde und war etwas außer Atem, als ich wieder an der Wasseroberfläche schwamm.

Unser nächstes Ziel war die Insel Cozumel. Auch hier wollten wir noch einmal Schnorcheln. Das Wasser um die Insel herum bietet die wohl beste Sicht an der Karibikküste und ich konnte mich an dem hellen türkisblau kaum satt sehen. Da wir über Bekannte unserer Gastfamilie an diesen Ausflug gekommen sind, mussten wir mit dem Auto erst zu einem kleinen privaten Hafen etwas außerhalb des Zentrums starten. Von dort aus ging es nach kurzer Einweisung mit dem Boot hinaus. Eine Stunde lang fuhren wir an der Küste entlang, bis wir den ersten von zwei Tauchspots erreichten. Auch hier hatten wir uns wieder für ein Riff entschieden. Zu den bisher gesehen Fischen kamen hier noch unzählige Rochen hinzu, zwei deutlich größere Schildkröten sowie eine größere Vielfalt an Fischen. An unserem zweiten Tauchplatz, auch bekannt als „Hollywood“, tauchten wir über einen ganzen Sternenhimmel. Hier waren so viele Seesterne, so große noch dazu, dass ich nicht mehr wusste, ob der Himmel über oder unter mir war. Besonders interessant war auch, einen Schnapperfisch zu sehen, der sich von den Seesternen ernährt. Zum Abschluss von diesem Tauchausflug gab es noch einen Aufenthalt etwa zweihundert Meter weit draußen im Meer in knietiefem Wasser mit Musik und Getränken. Zu unseren Füßen tauchen mehrmals Rochen vorbei, die wir bestaunen konnten. Einer davon wagte sich bis auf wenige Zentimeter an uns heran. Gänsehautfeeling pur!

Am nächsten Tag machten wir uns bereits sehr früh morgens auf nach Akumal. Am Strand ist der Brutplatz vieler Schildkröten, weshalb wir uns erhofften, dort noch mehr von diesen beeindruckenden Tieren zu sehen. Um nicht alle Tiere von anderen Schwimmern und Tauchern verjagt zu bekommen, sind wir so früh wie möglich aufgestanden. Am Strand angekommen war es tatsächlich noch einigermaßen ruhig. Zum Schnorcheln gibt es einen mit Seilen und Bojen abgesperrten Bereich, der für die Schwimmer nicht zugänglich ist. Hier ist es ruhiger, das Seegras ist erhalten und es gibt genügend Platz für die Tiere sich zu verstecken. Das Wasser war allerdings deutlich trüber als an den vorherigen Tauchplätzen. Dennoch hatten wir bereits nach den ersten Metern Glück und sahen eine Schildkröte vor uns schwimmen. Sie verschwand jedoch bald im Trüben. Nach einiger Suche konnten wir jedoch Rochen ausmachen, eine riesige Steinschildkröte sowie zwei kleinere (aber immer noch gigantische) Karettschildkröten. Außerdem sahen wir einen weiteren Schnapperfisch, Aale und vieles mehr. Da es nicht gerade die Zeit für Schildkrötensichtung war, mussten wir uns mit vergleichsweise wenigen Sichtungen dann schon zufrieden geben. Dennoch ein wirklich schöner Ausflug!

Zum Abschluss gab es dann das Highlight schlechthin. Und das hieß: Raus auf die Isla de Mujeres fahren, Tauchausrüstung zusammenbauen und dann ab ins kalte Nass. Da unsere Freundin Paola einen Cousin hat, der Tauchlehrer ist, hatten wir natürlich beste Voraussetzungen, damit sowohl ich auf meine Kosten kommen konnte, als auch Claudia, die inzwischen zwar Schnorchelerfahrung gesammelt hatte, mit dem Tauchen aber noch völlig unvertraut war. So konnten wir auch hier wieder mit dem Boot rausfahren an ein wunderschönes Riff, an dem keine andere Tauchschule gerade unterwegs war. Kaum unter Wasser überwältigte uns die Farbenvielfalt, die Milliarden an großen und kleinen Fischen, die Korallen… Unter einem Felsen entdecken wir einen Ammenhai, ganze Schwärme von Papageienfischen, Spatenfischen, Kreolen-Lippfischen, Kaiserfischen und vielen mehr. Auch den Korallen-Krötenfisch, den wir eigentlich schon bei Cozumel erwartet hatten, konnten wir bestaunen. Ein Kugelfisch trieb sich gemächlich zwischen den Korallen herum, blies sich allerdings nicht auf.

Da ich schon etwas Taucherfahrung hatte, durfte ich auch noch mit auf einen zweiten Tauchgang. Diesmal ging es ins sogenannte „Museum“, einem von Menschenhand geschaffenen Tauchplatz. Hier gab es verschiedene Steinfiguren zu bestaunen, die völlig von Korallen, Schwämmen und Gras bewachsen waren und die sich die Unterwasserwelt bereits zu eigen gemacht hatte. Von einem VW-Käfer zu betenden Muslimen und buddhistischen Tempeln gab es alles. Und in den Schlitzen und Höhlen versteckten sich Muränen, Langusten, Haie und Steinfische. Zum Abschluss entdeckten wir auch noch eine einzelne kleine Schildkröte, mit der wir ein kleines bisschen schwammen. Einfach wunderbar!

Unser Fazit: Mexiko ohne Tauchen ist einfach nicht Mexiko. Und schon allein um mehr von dieser einzigarten und wunderbar erhaltenen Unterwasserwelt zu sehen und das nächste Mal vielleicht auch eine der vielen Cenoten oder Unterwasserhöhlen zu erkunden werde ich ganz sicher zurückkehren!

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