Impressionen · Reisen

Mit dem Auto unterwegs in den Alpujarras – Teil 2

alpujarras aussichtDie Reise durch die Alpujarras habe ich euch bereits von Lanjarón bis Capileira vorgestellt. Damit kennt ihr bereits die geschliffenen Diamanten dieser wunderschönen Straße der weißen Dörfer an der Sierra Nevada. Und auch, dass man hier hervorragend Wandern kann, wisst ihr schon. Doch eigentlich gibt es hier noch mehr zu entdecken. Wir haben unsere Reise fortgesetzt und zum Schluss sogar noch einen Abstecher ins Gebirge selbst hinein unternommen.

Doch zunächst lohnt es sich, an einem Aussichtspunkt Halt zu machen und das atemberaubende Panorama zu genießen. Für die schwindelfreien findet sich hier auch noch ein wunderbarer Fotospot und die Gelegenheit hoch oben auf einem Felsen zu thronen. Folgt einfach der Straße und achtet auf den Felsen. Meist haben sich dort auch schon andere Reisende eingefunden, um die geniale Aussicht zu genießen und ein kleines Picknick zu machen. Findet ihr hier keinen Platz, gibt es noch zahlreiche andere Stellen an der Straße, um kurz Halt zu machen und Bergluft zu schnuppern.

Nach der Pause geht es weiter. Das nächste Dorf, was euch erwartet, ist Pitres. Hier findet ihr besonders die handbemalten Kacheln, die in ganz Andalusien an Häuserwänden hängen, aber auch andere ralpujarras strasseegionale Feinkost. Aussteigen lohnt sich aber auch für den wundervollen Blick in das Tal, in dem die Dörfer Mecina, Mecinilla, Fondales, Ferreirola und Atalbéitar liegen und gemeinsam mit Pitres die Gemeinde La Taha bilden. Wanderer kommen hier absolut auf ihre Kosten, denn vor ihnen wird sich ein richtiges Eldorado an uralten Pfaden erstrecken.

Vorbei an Pórtugos und Busquistar, zwei wirklich kleinen Dörfern, die ihren alten Charme behalten haben, gelangt ihr schließlich nach Trevélez. Das ist das Dorf, das am höchsten in der Sierra Nevada liegt. Hier findet ihr zahlreiche Fabriken, in denen der berühmte Serranoschinken getrocknet wird. Kostenlose Führungen durch die Hallen oder Kombinationsangebote mit einer Platte Schinken und einer Flasche Wein für wenig Geld sind Gang und Gebe und sollten auf keinen Fall verpasst werden. Die Einheimischen freuen sich, jedem Interessierten den „Produktionsprozess“ erklären zu können. Wer sich zum höchsten Gipfel der Sierra Nevada, dem Mulhacén (3479m), aufmachen möchte, kann von hier aus seinen Weg ins Hochgebirge starten. Nahe dem Mulhacén ist auch das Skigebiet um Pradollano, in dem man etwa bis Ende April Skifahren kann.

alpujarras trevelez

Nach Trevélez bietet sich die Möglichkeit erneut, die Reise zu beenden und den Weg zurücknach Granada zu nehmen. Das eröffnet die Möglichkeit, die Dörfer noch einmal von der anderen Seite des Tales aus zu sehen, ein wirklich schöner und neuer Anblick, da Flora und Fauna sich deutlich unterscheiden. Wer seinen Weg fortsetzen möchte, komalpujarras strasse 2mt nun an abgelegene Orte, die von Touristen kaum besucht werden und allerhöchstens von Wanderern heimgesucht werden. Bei Larole bietet sich die Möglichkeit, sich Richtung La Calahorra auf der anderen Seite des Gebirges aufzumachen und quer durch die Sierra Nevada zu fahren. Selbst im April liegt auf dieser Höhe noch Schnee und das Wetter kann sich schnell ändern, doch die Strecke ist es absolut wert. Als gut ausgebaute Gebirgsstraße braucht man sich als Fahrer auch keine allzu großen Sorgen zu machen. Man sollte lediglich im von Dezember bis März Winterketten im Auto bereialpujarras schneethalten. Der höchste Punkt dieser Strecke ist am Puerto de la Ragua in 2000m Höhe. Kurz danach gelangt man auch schon an eine kurvenreiche Straße, von der man aus La Calahorra und die alte Festung sieht, die über der Kleinstadt thront.

La Calahorra wurde als eines der ersten Renaissance-Gebäude in Spanien etwa 1500 bis 1512 erbaut. Im Innern spürt man sowohl die damals noch starke Präsenz der Mauren, als auch den starken Einfluss italienischer Künstler. Die damaligen Machthaber ließen die Burg erbauen, um ihren Einfluss über die Dorfbewohner und die umgebende Region zu stärken. Von La Calahorra sind es nur wenige Minuten, bis man wieder auf der Autobahn Richtung Granada oder Almería ist.

alpujarras calahorra

Auf der Reise fallen immer wieder spinnennetzartige Strukturen an den Bäumen auf. Wer nun aber an Spinnennetze denkt, liegt falsch. Bei dem Bäumen handelt es sich um Maulbeerbäume. Die Netze stammen von Seidenraupen, die hier ihre Nester spinnen und aus denen Seide gewonnen wird. Die hier günstigen Bedingungen für die Seidenproduktion führten dazu, dass in ganz Andalusien Seide zu vergleichsweise günstigen Preisen bei guter Qualität erhätlich ist.

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