Impressionen · Reisen

Mit dem Auto unterwegs in den Alpujarras – Teil 1

Vergangenen November habe ich euch bereits von einer Wanderung in der Sierra Nevada, genauer gesagt in den Alpujarras, erzählt. Wir sind damals von dem kleinen „weißen Dorf“ Capileira hinab zu dem etwas tiefer gelegenenen Pampaneira gewandert und haben dabei eine unglaublich schöne Aussicht auf die Natur genossen. Diese beiden Dörfer liegen an der Straße der weißen Dörfer südlich der Sierra Nevada und sind sozusagen das Herzstück der Alpujarras. Jeder kennt sie und dementsprechend gibt es auch entsprechende Angebote für die vielen Touristen, die sich täglich dorthin verirren. Insgesamt ist die Infrastruktur etwas besser, viele Ladenbesitzer bieten örtliche Spezialitäten an und Cafes und Restaurants haben mehr oder weniger rund um die Uhr geöffnet. Das mindert nichts an ihrem Charme, immerhin gibt es keine touristisch hohen Preise oder läste Fallen für Zugereiste. Allerdings möchte ich euch an dieser Stelle ein bisschen mehr über die Straße der weißen Dörfer erzählen, denn nicht nur Capileira und Pampaneira sind ein Besuch wert.

alpujarras burgAm besten ist man auf dieser Straße mit dem Auto unterwegs, da die Busse sehr unregelmäßig und teilweise nur ein oder zweimal am Tag fahren. Von der Autobahn aus Granada oder Motril kommend werdet ihr über die üblichen braunen Hinweisschilder direkt auf die Alpujarra gelotst. Das erste Dorf, das euch erwartet ist Lanjarón. Es ist mit eines der größten und wartet daher zunächst auch mit einem etwas größeren Industriebereich auf. Habt ihr diesen passiert, erwarten euch hinter der nächsten Kurve die ersten weißen Häuser. Lanjarón ist ein langgezogenes Dorf, in dem vor allem Korbwaren angeboten werden. Außerdem ist das Dorf Lieferant für das bekannte Wasser Lanjarón,alpujarras lanjaron dass ihr überall in Spanien zu kaufen bekommt, und durch die Quelle hat sich das Dorf in einen kleinen Kurort verwandelt. Hier lädt ein kleiner Park zum Verweilen ein, in der „Fußgängerzone“ finden sich viele nette kleine Cafés und Restaurants. Lanjarón wird auch als das Tor zu den Alpujarras genannt, da von hier aus eure Reise beginnt und ihr schnell merken werdet, dass nach und nach alles um euch herum ländlicher und die Dörfer immer kleiner werden. Als Ausgangspunkt für Wanderungen oder Fahrradtouren ist dieses erste weiße Dorf perfekt, denn es gibt sowohl kurze (Halb)Tagestouren, als auch mehrtägige Strecken, die alle Abwechslung und Abenteuer bieten und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. In der Nähe gibt es zudem eine alte maurische Burgruine, die man besichtigen kann.

alpujarras orgivaDas nächste Dorf, das euch erwartet, ist Órgiva. Hier findet ihr eine lebendige Hippie-Kommune aus einstigen Engländern, Franzosen und Deutschen. Zu sehen bietet das Dorf relativ wenig und ein kleiner Spaziergang endet spätestens nach zwanzig Minuten, wenn man das gesamte Dorf abgeschritten hat. Allerdings lässt es sich hier wunderbar speisen: Von marrokanischen Spezialitäten bis hin zu typischen spanischen traditionellen Gerichten findet ihr hier viel Auswahl.

Kurz vor Órgiva geht die Straße ab nach Pampaneira. Von hier an gewinnt ihr schnell an Höhenmetern. Vorbei an Carataunas, einem wirklich kleinen Ort, sowie ein paar Abzweigungen in weitere kleinere Dörfer, gelangt ihr schließlich in das Bergdorf Pampaneira. Direkt im Zentrum gibt es einen großen Parkplatz, auf dem ihr kostenlos alpujarras pampaneiraparken könnt. Auf den wenigen sehr steilen Straßen entlangbummelnd findet ihr hier viele kleine Läden, in denen Honig, Schinken, Käse, Olivenöl, aber auch die typischen gewebten Teppiche, Überwürfe und Decken, sogenannte Jarapas, die hier im Dorf hergestellt werden. Direkt in einem Laden am Parkplatz kann man sich sogar verführen lassen, wie diese Teppiche entstehen, völlig kostenlos versteht sich! Außerdem findet sich hier eine der berühmten Schokoladenfabriken Abuela ili Chocolate, in der ihr die hier produzierte Schokolade probieren könnt.

Etwas weiter der Straße folgend gelangt ihr an die Abzweigung nach Bubión und Capileira, zwei ebenfalls alpujarras capileirasehr charmante Dörfer. In Bubión gibt es die Möglichkeit, im Taller del Telar jahrhundertealte Webstühle aus Granada zu bewundern. Mein Favorit ist allerdings Capileira, in dem man einen wunderschönen Ausblick auf die beiden vorangehenden Dörfer erhält. Außerdem kann ich die dortige Panaderia sehr empfehlen, in der wirklich handgemachtes und unglaublich leckeres Brot und regionale Spezialitäten erhaltet. Definitiv einen kurzen Besuch wert! Ansonsten ist Capileira bekannt für seine Lederarbeiten, insbesondere der Handwerker J.Brown sei hier zu erwähnen, der Waren im Westernstil anbietet.

alpujarras bubion

Um den Alpujarras weiter zu folgen, muss man nun mit dem Auto zurückfahren zur Wegkreuzung vor Bubión. Wer die ersten Dörfer aber schon richtig genossen hat, wird sich schon recht müde fühlen und hat vielleicht keine Lust mehr. Spätestens hier bietet es sich daher an, sich eine Herberge zu suchen und die Reise am nächsten Tag fortzusetzen. Den weiteren Weg werde ich euch deshalb in meinem nächsten Beitrag berichten.

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