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Almería ist Spaniens geheimer Fotospot

Ich will ja nicht so tun, als hätte mich keiner gewarnt. Immerhin wurde ich schon vor meinem Trip ständig gefragt: „Was willst du eigentlich dort? Da gibt es nichts!“ Ja, Almería wird unterschätzt. Ganz gewaltig sogar, hatte ich dort am Ende sogar mehr IMG_3036Spaß als in Granada, einer Stadt, die vor Touristen nur so überläuft. Zum Einen liegt das wohl daran, dass sich dieses unscheinbare Städtchen das spanische Flair noch mehr erhalten hat und nicht ganz so sehr auf Touristen abgestimmt ist. Nichts gegen Touristen. Ich bin ja selbst einer. Aber wenn man erstmal eine Stunde lang nach der Touristeninformation suchen muss, obwohl man die genaue Adresse vor sich hat, ist man eben auch gezwungen, die Menschen um Rat zu fragen. Und lernt Leute kennen. In diesem Fall unglaublich viele ältere Damen, die mir hilfsbereit zur Seite standen. Aber gut, mal von Anfang an!

IMG_3117Mein erster verschlafener Eindruck vom Bus aus war nicht so sehr anders wie der von Malaga: Es ist eine Stand an der Südküste Spaniens mit den typischen sandsteinfarbenen Gebäuden, von denen mehrere wirklich hoch hinaus ragen und so den Eindruck einer Großstadt erwecken. Das Zentrum liegt gefühlte hundert Meter vom Meer entfernt, aber bis zum beliebten Paseo Maritimo ist es dann eben doch wieder ein Stückchen zu laufen. Ich habe mich, da ich keinen Stadtplan besaß, erstmal zur Touristinfo durchgeschlagen, die sich direkt an der Plaza de Constitución befinden sollte. Leider sah ich dort erstmal außer einer riesigen Baustelle vor dem Rathaus und einem kleinen Restaurant gar nichts. Nach einigem Nachfragen – tatsächlich wussten viele Einheimische selbst nicht, wo sich das Büro befindet – fand ich endlich bei einer Gruppe Hilfe: Klassisches Indiz war natürlich die nagelneue Karte in ihrer Hand und die ratlose Frage „Was machen wir als erstes?“ Kurz darauf konnte ich also selbst mit Karte losziehen und habe mich direkt auf den Weg ins kostenlose Fotografieforum gemacht. Unterwegs fiel mir dann zweierlei auf: Verdammt ist diese Altstadt heruntergekommen! und Meine Güte, hier gibt es noch echtes spanisches Flair!_MG_3051

Ein bisschen seltsam war es, dass an einem Samstagvormittag kaum ein Mensch auf der Straße war. Es ist nur eine Vermutung, aber ich würde es auf den starken Wind schieben, der einem um die Ohren schlug, sobald man das Haus verließ. Spanier sind wirklich nicht sonderlich wetterfest! So gab mir das allerdings Gelegenheit, ganz unverschämt in Gärten zu schauen und die Wohnhäuser zu fotografieren. War ja keiner da, den es stören konnte. Nach dem Fotomuseum gab es zudem einen kurzen Abstecher über die Filmroute Almerías. Dazu aber in meinem nächsten Beitrag etwas mehr. Aufgrund massenhafter Zeit habe ich mich schließlich auf den Weg zum Hafen gemacht, in dem gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt hatte (daher also die Touristengruppen?!) und von wo ich einen Blick auf die Burg werfen konnte, die sich über die Hügel erstreckte. Am WasIMG_3136ser entlangspazierend kam ich zudem zum Cable Inglés, über das einst Eisenerz transportiert wurde. Heute ist das ein wunderbarer Ort, um mit der Kamera herumzuspielen. Direkt in der Nachbarschaft befindet sich zudem ein Denkmal für die in Ausschwitz ermordeten Andalusier, über das man in einen Gedenkpark kommt, der zugleich ein kleines Sportparadies ist. Hier wurde es geschafft, eine Gedenkstätte so ins Stadtbild einfließen zu lassen, dass auch die Anwohner gerne herkommen. Ein paar Gehminuten weiter war ich schließlich am Strand Almerías angelangt und obwohl der Wind hier so stark war, dass ich kaum etwas hören konnte, fanden sich doch schon die ersten Spanier zum Sonnenbaden ein. So ein paar wenige zumindest.

Auf meinem Rückweg in die Innenstadt am Nachmittag begab ich mich in den moderneren Teil der Stadt, wo inzwischen das Leben brummte: Die Geschäfte waren proppevoll, Restaurants und Cafés überfüllt. Kaum hatte der Wind nachgelassen, waren die Straßen wieder voll mit Menschen. Ich machte es mir auf einer Bank im Sonnenschein gemütlich und lauschte einem Konzert in einer angrenzenden Bar, während ich das Treiben beobachtete und meine Bilder betrachtete. Von dem brummenden Leben am Nachmittag, den schönen Strandbildern und ein paar eher futuristisch anmutenden Gebäuden, von den künstlich wirkenden Bildern am Cable Inglés und schließlich den Bildern geisterhaft wirkender Straßen in der Altstadt. Für Fotografen ist Almería wahrlich ein kleines Paradies. Hier findet sich alles an einem Ort.

 

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4 Kommentare zu „Almería ist Spaniens geheimer Fotospot

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