Impressionen · Reisen

Cordoba ist Spaniens Stadt der Blumen

Cordoba gilt neben Granada und Sevilla als eine der schönsten Städte Andalusiens und als ein absolutes Must-See._MG_2255 Ich konnte mich davon an einem Wochenende überzeugen. Da wir Glück mit dem Wetter hatten, lachte uns fast den ganzen Tag über die Sonne entgegen – zeitgleich in Granada gab es Schnee und Regen. Das ist wohl auch der erste Unterschied gewesen, der uns wirklich schnell auffiel: In Cordoba war es nicht nur sonniger, sondern auch um einige Grad wärmer. Gerade im Winter ein Umstand, der sehr gefiel – ob mir das für den Sommer allerdings so recht wäre, weiß icht jetzt nicht so sicher.

Wir verließen den Bus direkt an der alten römischen Brücke, an der wir bereits einen ersten beeindruckenden Blick auf die Stadt erhaschen konnten. Auf unserer Seite des Flussufers befanden sich vor allem Neubauten, Parkplätze und viele, viele Wohnhäuser. Doch am anderen Flussufer erhoben sich mächte alte Gemäuer, die ein bisschen die Zeit des Kalifats in Spanien und der späteren Herrschaft der spanischen Könige erahnen ließ. Cordoba ist die drittgrößte Stadt Andalusiens. Doch ich muss ehrlich sagen, beim Betreten der schmalen Gassen in der Altstadt spürt man davon wenig. Schmal sind sie und bei den vielen Menschen, die am Nachmittag alle aus ihren Häusern kamen, wurde es so manches Mal eng. Anders aber als in Sevilla oder Cordoba kamen mir die Häuser nie so gewaltig und groß vor, alles war einfach beschaulicher. Und doch, das mag nun paradox klingen: Genauso wie es kleiner ist, ist es aber auch unübersichtlicher und verwirrender. Die vielen G_MG_2305assen schlängeln sich kreuz und quer an den Sehenswürdigkeiten vorbei und wer nicht aufpasst, verliert schnell mal den Überblick. So hätte ich ohne Hilfe vermutlich auch niemals die Synagoge in der Stadt gefunden, an die wir schließlich über einen Hinterhof gelangten.

In den Straßen drängen sich viele kleine Läden, die Designerkleidung anbieten, aber auch typische lokale und regionale Waren. Tee ist natürlich ein großes Thema, Turrón (Schokolade mit Mandeln), Flamenco und Gitarren. Und überall findet sich ein geradezu obligatorischer Blumenladen. Denn eines steht fest: Cordoba ist die blumigste Stadt in ganz Andalusien. Vielleicht sogar in ganz Spanien. Ende Februar war es eigentlich noch etwas zu früh für diese zarten Gewächse, doch viele der Bewohner hatten bereits ihre Blumentöpfe mit Samen gefüllt, in manchen waren schon erste Sprösslinge zu sehen. Einige wenige Häuser hatten sogar schon fertige – vermutlich aber in Gewächshäusern gezüchtete – Gewächse an ihren Wänden. Und hier kommen wir zum typischsten Merkmal der Stadt: Die Bewohner Cordobas stellen ihre Blumen nicht einfach auf den Balkon oder in den Vorgarten. Bei all den schmalen Gassen wäre das auch gar nicht möglich. Nein, vielmehr haben sich die Hausbesitzer ihre komplette Außenwand mit Blumentöpfen verschönert, alle wunderschön handbemalt, häufig und viel mit blau, grundsätzlich aber so bunt wie man sich das nur denken kann. Doch was wäre schon all diese Blumenpracht, wenn es nicht auch irgendeinen Wettstreit gäbe?

So feiern die Cordobeser jedes Jahr in der ersten Aprilwoche ein großes Blumenfestival. Alle Bewohner dekorieren ihre Häuser so schön sie es vermögen und am Ende wird das Haus mit den schönsten Blumen prämiert. Ein wirklich schönes Spektakel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man irgendwie kann! Doch auch so hat Cordoba sicherlich einiges für einen oder zwei Tagesausflüge zu bieten.

Zu den vielen Sehenswürdigkeiten gehören die alte Burg (das Alcazá), die königlichen Pferdeställe, die Synagoge, die eine der letzten in ganz Spanien ist, oder auch ein alter römischer Tempel. Von den Stadtmauern bis hin zu den großen Plätzen und den versteckten Hinterhöfen: Überall atmet man die Geschichte dieser Stadt. Doch ein Bauwerk ist das wohl berühmteste und Anziehungspunkt schlechthin für jeden Besucher. Die ehemalige Moschee, heute eher genutzt als Kathedrale. Sie ist ein Musterbeispiel für die Vermischung der Kulturen, dem alten Arabien und dem späteren katholischen Spanien. Bunt bemalte Rundbögen und geradezu fensterlose Räume erinnern an die ehemaligen Herrscher, während ein großer Altar und die Schatzkammer eher von der Macht der Christen zeugen. Doch an dieser Stelle möchte ich eher Bilder sprechen lassen, als weiterzuberichten. Und wenn ihr jemals die Möglichkeit haben solltet, kann ich nur sagen: Schaut euch die Moschee unbedingt an!

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3 Kommentare zu „Cordoba ist Spaniens Stadt der Blumen

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