Erasmus

Eine persönliche Erasmus-Zwischenbilanz

Die Hälfte der Zeit ist geschafft und so wird es durchaus mal Zeit dafür, nach meinen Klausuren auch ein Resumée zu ziehen und auf all das Gute und all das weniger Gute zurückzuschauen. Und da gibt es jede Menge. Zum einen sind da meine neuen Erkenntnisse, was die spanische Kultur anbelangt, über die ich bereits berichtet habeIMG_0631. Dann wären da meine durchaus verbesserten Sprachkenntnisse – und direkt im Anschluss die Feststellung, dass mein Spanisch echt zu wünschen übrig lässt. Ja, wirklich, selbst nach fünf Monaten hier kann ich es noch nicht fließend und problemlos, geschweige denn fehlerfrei sprechen. Glaubt mir mal wieder keiner, was? Trotzdem bin ich mit den Fortschritten ganz zufrieden und zuversichtlich, dass es sich noch weiter bessern wird. Ich versuche es ja auch wirklich.

Erasmus ist aber für viele auch ein Versprechen, dass man zu mehr Selbstständigkeit findet und alleine zurechtkommt. Leider kann ich das bisher weder aus eigenen Erfahrungen noch aus meinen Beobachtungen anderer Erasmus-Studenten bestätigen. Zumindest was die Deutschen anbelangt, haben die meisten doch schon so viel Unabhängigkeit, dass sie problemlos von Anfang an zurechtkommen. Vielmehr ist es so, dass sich viele plötzlich wieder auf Dinge verlassen, die sonst nicht so selbstverständlich sind. Angefangen beim Regeln verschiedener Einschreibungsprozeduren bis hin zum Organisieren privater Reisen. Ja, auch ich habe mich nicht selten einer Erasmus-Organisation angeschlossen, weil es so schön leicht war. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch sagen, dass ich bei den Spaniern, die Erasmus gemacht haben, doch weitaus mehr Selbstständigkeit feststellen kann als bei jenen, die lieber zuhause geblieben sind. Doch, die Unterschiede sind manchmal sogar ziemlich erschreckend. Es kommt halt doch auf die persönlichen Hintergründe an und da kann ich nur sagen, dass wir in Deutschland wohl ein bisschen mehr zur Selbstständigkeit erzogen werden. Woran das wohl liegt?IMG_9098

Dann wäre da noch das große Versprechen des Kulturaustausches und das Kennenlernen einer anderen Kultur. Nun lässt sich das bis zu einem bestimmten Grade nicht vermeiden, wenn man in einem Land lebt. Leider muss ich sagen, dass ich es trotz vieler Bemühen in der Uni immer noch nicht geschafft habe, allzu viele Kontakte mit Spaniern zu knüpfen und auch mit meinen Mitbewohnern klappt das nicht. Das liegt vor allem daran, dass Spanier IMMER tausend Dinge zu tun haben. Und wenn man sich mal anschaut, was sie alles für ein einziges Seminar tun müssen, verwundert das wenig. An dieser Stelle ist wohl auch auf meinen vorherigen Punkt zu verweisen, denn wenn man immer gesagt bekommt, was man tun soll, wieso sollte man da mal die Initiative ergreifen?

Immerhin lässt sich sagen, dass ich mit vielen anderen Kulturen in Kontakt kommen konnte und etwas lernen durfte – Erasmus sei Dank. Da gibt es also wieder einen großen Pluspunkt.

Für all jene, die schon Erasmus gemacht haben, dürfte dieses Ergebnis wohl nicht sonderlich überraschend sein. Alle anderen können sich nun hoffentlich auch ein bisschen ein Bild davon machen.

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4 Kommentare zu „Eine persönliche Erasmus-Zwischenbilanz

  1. Deine Mama hat auch immer selbstständige Entscheidungen von dir verlangt. Insofern bist du ‚verwöhnt‘. Wenn ich da an deine Schulkameradin denke, die mit 7 oder 8 noch nicht alleine auf’s Klo konnte…….

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  2. Ich hoffe, die Zeit war toll!
    Ich stelle mir ein paar Lieblingsblogs zum Thema Reisen/Erasmus/Auslandsstudium zusammen – mich hat es nach Wales verschlagen und ich komme aus dem Schwärmen gar nicht heraus.
    Finde es toll zu lesen, wo man noch überall landen kann 🙂

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    1. Hallo Emily, vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich, wenn mein kleiner Blog es in deine Liste schafft. Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit in Wales und viele tolle neue Erfahrungen und Bekanntschaften. Bei mir ist es nun vorüber, aber es war wirklich eine tolle Zeit – mit vielen Ups and Downs 😉

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