Alltag · Erasmus

Erkenntnisse zur spanischen Kultur und Mentalität

Die typischen Klischees, was Spanien betrifft, sind ein fröhliches Gemüt und viel Freude an der Fiesta, Freundlichkeit, Offenheit, Wärme, gutes Essen, Party und Musik, aber auch Unzuverlässigkeit, Unordentlichkeit, teilweise Schmutz, Unpünktlichkeit und Lärm. Doch was ist eigentlich dran an diesen Klischees?Ich habe mir mal die ersten 13 Buchstaben unseres Alphabets herausgesucht und will euch versuchen , die spanische Mentalität etwas näherzubringen. Die nächsten 13 Buchstaben gibt es dann am Ende meines Aufenthaltes.

Wichtig: Ich möchte hier keine Verallgemeinerungen anstellen, das sind lediglich meine Erfahrungen aus dem vergangenen halben Jahr. Habt ihr bisher andere gemacht, dann lasst es mich doch wissen!

 

A wie aufmerksam

Spanier sind verdammt aufmerksam. Ob in die Uni, wenn sie jedes Wort mitschreiben, oder im Straßenverkehr, der manchmal so chaotisch ist, dass jeder Deutsche am Ende jemanden überfahren würde. Und sie merken auch sofort, in welcher Stimmung jemand gerade ist oder ob Fehler gemacht wurden (zumindest, wenn es sie selbst in irgendeiner Weise betrifft). Davor: Hut ab!

B wie beschäftigtIMG_0742

Kennt ihr einen Spanier, der nichts zu tun hat? Ich nicht. Deshalb ist es hier auch schwer, Kontakte zu knüpfen. Die meisten wollen doch einfach nur ihr Zeug erledigen und ihre Ruhe haben, von neuen Freundschaften ist da nicht die Rede. Leider kann ich bis heute nicht sagen, was die Spanier machen außer arbeiten, arbeiten, arbeiten und zwischendurch/ beziehungsweise studieren, studieren und studieren.

C wie chronisch zu spät

Vielleicht bezieht sich das auf Spanier im Privaten, aber bisher kann ich wirklich gar keine Anhaltspunkte dafür finden, dass Spanier zu spät bei Terminen sind. Von ein paar Einzelfällen abgesehen. Aber mal ehrlich, da kenne ich mehr deutsche Einzelfälle als spanische!

D wie demonstieren

Mir scheint, dieses Volk hat immer etwas zu meckern. Zu jedem Semester gehört mintestens ein studentischer Streit, in jeder Straße spielt sich einmal die Woche ein längerer Demonstrationsmarsch ab und auch privat scheinen mir viele immer darauf bedacht, herauszustellen, welche Meinung sie haben. Schön, dass man hier noch echte Debatten führen kann. Manchmal allerdings recht einseitig und anstrengend, wenn Argumente eher einfach belächelt werden.

E wie eingebildet

Das wohl negativste an vielen Spaniern: Sie sind EXTREM stolz und oftmals auch ziemlich eingebildet. Von Geschichten, das Baguette käme aus Spanien und die Frikadelle ebenfalls, bis hin zu ihrem Wissen, was in der Welt alles besser gemacht werden soll. Oh wehe, man weißt sie auf ihre Fehler hin! Wehe, man stellt heraus, dass andere schon bessere Ideen hatten!

F wie feierlustig

Das kann ich absolut bestätigen. Und solange der Alkohol fließt, sind sie auch offen für wirklich jedermann. Und Alkohol fließt immer: Bier, Sangria oder Schnaps, das gibt’s hier in rauen Mengen!

G wie geduldig

Wenn so vieles nicht funktioniert, rauft sich so mancher Deutsche gerne mal die Haare. Der Spanier steht in der Regel mit einem Lächeln da, antwortet „No pasa nada“ und wartet geduldig, bis alles besser wird. Manchmal sehr lange.

H wie heiß

Blick von der Uni auf die Stadt

In Spanien gibt es immer Sonne? Erzählt das mal meinem Regenschirm. Der wurde am Strand zwar auch schon zum Sonnenschutz genutzt, aber doch wesentlich öfter, um mich vor Regen zu schützen. Heiß ist es hier vor allem im Sommer, ansonsten kann man eher von angenehmen Temperaturen sprechen. Übrigens: In Barcelona beispielweise fällt statistisch gesehen jährlich genauso viel Regen wie in London. Nun, vielleicht sollten wir in dieser Hinsicht auch mal unsere englischen Klischees überdenken.

I wie Integrativ

Wird man hier als Ausländer willkommen geheißen? Nun, von jenen, die selbst schon mal im Ausland waren, auf jeden Fall. Was Andalusien betrifft, ist das ein schwindend geringer Prozentteil (in der jungen Bevölkerung). Dementsprechend merkt man schon, dass Spanier lieber unter sich bleiben. Wer dennoch Kontakt mit ihnen will, muss sich regelrecht aufdrängen.

J wie Jobsuche

Wer es nicht gerade ist, der war es und kann ein Lied von dem Leid singen, dass die Jobsuche bringt. Ja, die Arbeitslosenrate in Spanien, und ganz besonders hier in Andalusien, ist gewaltig und so nehmen selbst Akademiker Jobs an, die gerade mal das Verteilen von Flyern beinhalten.

K wie Kosten

Das Leben hier in Spanien ist angeblich günstiger als in Deutschland. Leider kann ich das nicht bestätigen. Zwar sind die Mieten deutlich geringer und man kann dank Tapas auch günstiger Essen gehen, sowie relativ sparsam jede Nacht Party machen, dafür zahlt man für so ziemlich alles andere, von Lebensmitteln bis zum Beitrag im Fitnessstudio oder Reisen, den gleichen oder sogar einen höheren Preis als in Deutschland. Ich würde sagen, vor allem Reisende finden hier Vergünstigungen, aber leben lässt es sich nicht viel günstiger.

L wie Lecker

Ja, im Mittelmeerraum gibt es leckeres und vor allem auch gesundes Essen. In der traditionellen Küche zumindest. Ansonsten werden leider auch sehr viele Fast Food Gerichte angeboten, die Spanier kochen mit unglaublich viel Öl (natürllich hauptsächlich Olivenöl) und essen Unmengen von Kartoffeln. Inwiefern das noch gesund ist, sieht man dann an den vielen übergewichtigen Personen.

M wie Markt

Kleine Läden gibt es hier für alles, vom Lottoschein bis hin zu Druckgeschäften, in denen man seine Dateien ausdrucken kann. Drucker zuhause sind weniger üblich. Und das Beste: Egal, welchen Laden ihr sucht, ihr findet an jeder Straßenecke einen! Weniger üblich sind allerdings Supermärkte, in denen einem auch eine anständige Auswahl an Essen geboten wird, oder große Fachmärkte. Dafür muss man teilweise schon einen weiten Weg auf sich nehmen. In der Regel reicht es aber auch, einfach fünf dieser kleinen Läden abzuklappern. Irgendwo findet man immer, was man sucht!

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4 Kommentare zu „Erkenntnisse zur spanischen Kultur und Mentalität

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