Erasmus · Impressionen · Reisen

Quer durch Marokko! – Teil 3

Über Tanger und Assilah, sowie über Tetouan und Chefchouen habe ich euch schon erzählt. Jetzt geht es endlich weiter in den Süden Marokkos und damit zum Höhepunkt des Marokko-Abenteuers. Doch zunächst mache ich noch einen Halt in Fés, einer der Städte Marokkos. Also neben Marrakesh, Casablanca und Rabat.

Fés

Als geistiges Zentrum der Region gilt Fés noch heute. Seit der Gründung der allerersten Universität weltweit – und das auch noch durch Fatima, eine Frau! Man glaube es kaum! – ist die Stadt von großer Bedeutung und ihr geistiges Erbe in etwa so wichtig wie die Bibliothek von Alexandria. Zum Glück ist sie allerdings nicht in Flammen aufgegangen wie die Milliarden von Büchern. Die Stadt ist unterteilt in drei Viertel: Die Altstadt mit der Medina, die mittelalterliche Neustadt mit dem jüdischen Stadtteil, der Mellah, und die Neustadt mit Villen und Bürogebäuden. Über die Stadt gibt es so viel zu erzählen und doch so wenig zusammenzufassen, dass ich hier lieber mal Bilder sprechen lasse.

Unterwegs

Von Fés aus nach Merzouga sind es zwar nicht allzu viele Kilometer, dank schlechter Straßen und einem kurvigen Weg durch den Mittleren Atlas dauerte die Fahrt dennoch unglaublich lange. Daher war es umso besser, dass wir unterwegs alles mitnahmen, was mitzunehmen ging. Dazu gehörte die Stadt Ifrane, „la pequeña suiza“ (die kleine Schweiz), wie es auch genannt wird, und dazu gehörte eine Rast an einem Aussichtspunkt im Gebirge, wo die Berberaffen beheimatet sind, aber auch ein Halt an einem Aussichtspunkt über das Valle de Ziz im Hohen Atlas.

Merzouga und die Sahara

Endlich kommen wir beim Höhepunkt unserer Reise an! Merzouga, ein kleines Dorf direkt an der Sahara gelegen, nicht weit entfernt von der ehemaligen französischen Militärsstadt Erfoud, hat uns erwartet. Hier übernachten wir zunächst in einem Hotel, bei dem man sich schon königlich vorkommt (also mal vom vielen Sand abgesehen, der sich einfach überall befindet!). Für den Swimming-Pool bleibt uns leider keine Zeit, dafür umso mehr für die Milliarden von Sternen, die sich hier am Himmel erkennen lassen. Ganz klar, man fühlt sich ein bisschen gestrandet und abseits jeglicher Zivilisation. Aber schön ist es. Und so hatte ich auch gar keine Lust ins Hotel zu gehen und mich auszuschlafen, denn so einen Sternenhimmel sieht man wirklich nicht alle Tage. Aber auch der nächste Tag hält Aufregendes bereit. Zunächst geht es für uns alle in Jeeps zu verschiedenen Orten in der Nähe: Einem kleinen Nomadendorf, alten Ruinen einer Berberstadt, einem Aussichtspunkt über die Ebene bis hin zur (gesperrten) Grenze nach Algeciras und in eine künstlich angelegte Oase. Auch von der Stadt Merzouga sehen wir ein bisschen was und es ist schwer vorstellbar, dass all das eher touristisch ist, so sehr unterscheidet es sich doch von dem europäischen Leben, wie wir es kennen.

Erst nach dieser aufregenden Sightseeingtour, bei der ich auch meine mangelnden – oder zumindest sehr, sehr, sehr eingerosteten – Französischkenntnisse verfluchen durfte, haben wir uns mit Kamelen aufgemacht in die Sanddünen der Sahara. Ein etwa zweistündiger Ritt in den Sonnenuntergang war das, mit einem beeindruckenden Naturspektakel. Im Dunkeln kamen wir schließlich in einem kleinen „Beduinendorf“ an, ein paar Zelten, die rein touristischen Zwecken dienen. Dort empfing uns eine Gruppe Musiker mit der typischen Trommelmusik der Berber. Gemeinsam tanzten wir in die Nacht, aßen typisch marrokanisches, einfaches Essen und bestaunten erneut den wunderschönen Sternenhimmel. Am Lagerfeuer konnten wir uns mit den Berbern über ihr Leben unterhalten und der ein oder anderen philosophischen Diskussion beiwohnen. Da die Matratzen und Decken schlichtweg ein Witz waren, kam kaum einer von uns wirklich zum Schlafen. Ja, in der Wüste ist es kalt, aber mir war nicht klar, dass es so kalt werden würde. Ich schwöre, in meinem ganzen Leben hab ich noch nicht so sehr mit den Zähnen geklappert. Dementsprechend verfroren (und nach tatsächlich drei Stunden Schlaf) bin ich dann auch die Sanddünen am nächsten Morgen hochgestolpert, um den Sonnenaufgang zu betrachten. Direkt im Anschluss ging es in einer riesigen Karawane zurück zum Hotel, wo wir erstmal duschen und frühstücken konnten. Und leider auch das Ende unseres Abenteuers fanden. Doch die Erinnerung bleibt!

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