Erasmus

Quer durch Marokko gehts! – Teil 1

Salam aleikum! (jetzt müsstet ihr antworten: Aleikum Salam!)

Das Schöne an Granada sind die vielen Reisegruppen, die einem tolle Reisen zu einem Spottpreis nachwerfen. Und mit der Organisation meines Vertrauens lass ich es mir doch nicht nehmen, tolle Orte und fantastische Landschaften zu bereisen! Diesmal ging es für mehrere Tage nach Marokko: Tanger, Tetouan, Chefchaouen, Assilah, Fés, Merzouga, die Sahara und logischerweise (weil da die Fähre ankam) auch ein bisschen was von Ceuta. Großartig wars und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen.

Am besten vielleicht mit dem Ende, weil das Gefühl noch am stärksten ist. Was mir jetzt bleibt, zurück in Granada? Viele wahnsinnig tolle Erinnerungen, eine geballte Ladung Fotos, superliebe neue Freunde und einen ganz neuen Blick auf die arabische Kultur. WOW! All das zu ordnen ist gar nicht so einfach, aber ich wills mal versuchen. Da dieser Beitrag hier schlicht gesprengt werden würde, unterteile ich ihn lieber und gehe nach Städten vor. Anfangen will ich mit Tanger und Assilah.

Tanger

Tanger ist wohl eine der bekanntesten Städte im Norden Marokkos, allein schon durch seine bewegende Geschichte während der Kolonialzeit bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieges. Seit dem Mittelalter abwechselnd unter spanischer, englischer und französischer Herrschaft hat es kulturell eine interessante Entwicklung durchgemacht. Wohlgemerkt, die Stadt war nie Teil einer Kolonie, sondern gehörte zum marokanischen Königreich, genoss – oder erlitt, wie mans nimmt – aber starken europäischen Einfluss. Da ich hier bis auf eine Stadtführung leider wenig Zeit zum Erkunden hatte, kann ich nicht viel über das kulturelle Angebot sagen. Was sich mir aber aufgedrängt hat, war der Eindruck einer Stadt, deren Blüte längst verblüht ist und die an ihrer eigenen Vergangenheit leidet. Die Medina ist Hauptattraktion der Stadt, daneben bietet sich für Touristen nicht allzu viel. Der alte Hafen, von dem wir im Geschichtsunterricht bei der Marokkokrise 1904 gehört haben, ist nur noch teilweise erhalten und eigentlich keinen Blick mehr wert. An sonnigen Tagen hat man vielleicht Glück und kann Fischerboote beobachten, da sich aber nirgends ein Plätzchen zum Verweilen findet, reizt das (zumindest mich) auch nicht. Was also bleibt von Tanger? Seit 2010 erfährt es umgreifende Renovierungsmaßnahmen und ein neuer Hafen wird außerhalb der Stadt gebaut, der die Stadt wirtschaftlich in Schwung bringen soll. Doch bis sich all das auch auf das Leben der Bewohner auswirkt, vergeht wohl noch Zeit. Insgesamt fand ich diese Stadt eher betrüblich.

Schöner wurde es dafür etwas außerhalb an einem Strand am Atlantik und an einem Aussichtspunkt, von dem aus man die Stelle sehen konnte, an der Atlantik und Mittelmeer aufeinander treffen. Okay, das selbst war weniger sehenswert, dafür konnte ich die Zeit nutzen und ein bisschen etwas von der schönen Landschaft im Norden Marokkos festzuhalten.

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Assilah

War die Reiseroute genau umgekehrt, komme ich nach Tanger jetzt zum schönen Assilah, einem Urlaubsort im Norden Marokkos, der im Sommer viele Marokkaner anzieht. Direkt am Antlatik gelegen bietet er eine unglaublich schöne Kulisse. Jährlich findet ein Künstlerfestival statt, bei dem Wände der Medina einzelnen Artisten zur Verfügung gestellt werden, wodurch sich ein einzigartiges Ambiente in den Gassen entwickelt hat. Saubere Straßen, wunderschöne Häuser – es ist kein Wunder, dass die Marokkaner hier gerne zum Urlaub machen herkommen. Jetzt im Winter war dieser Ort eher verlassen und die ansässigen Händler sind abhängig von den spanischen Touristen, die sich hierher verirren. Für unsere Reisegruppe war es eine Zeit der Erholung und keiner von uns wollte wirklich weiter. Zu schön war es, am Meer zu verweilen, den Wellen zu lauschen und die Sonne auf der Haut zu spüren. Und zu schwierig war es, nicht von jedem Blumentopf und jedem Türknauf ein Foto zu machen, war doch alles so lieblich dekoriert, dass man es gerne festhalten wollte.

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