Reisen

El Pueblo y El Torcal de Antequera

Antequera, das ist ein kleines Städtchen – also genau genommen die größte Gemeinde der Provinz Málaga, aber mir kams klein vor – nördlich von Málaga. Ganz interessant, weil…hm…keine Ahnung. Aber hübsch sah es aus und für einen kurzen Zwischenstopp war es durchaus nett da. Da es genau zwischen den großen Städten der Region, Granada, Málaga, Sevilla und Córdoba, liegt, wird es auch gern als „das Herz Andalusiens“ bezeichnet. Anders als halb Andalusien ist dieses Dorf nicht ganz so sehr geprägt von der maurischen Kultur und wirkt daher etwas spanischer. Das liegt daran, dass die maurischen Überbleibsel nach Reconquista niedergerissen wurden. Die älteste Kirche der Stadt stammt heute aus dem Jahr 1500 (zum Vergleich: Die Rückeroberung durch die Spanier fand 1492 in Granada ihr Ende, Antequera fiel bereits 1412).

 

In der Nähe befinden sich zwei der größten Megalithbauten Europas, eines davon der Dolmen de Menga, den wir ebenfalls besichtigt haben. Dieser Tempel, wenn man ihn denn so bezeichnen mag, ist bereits mindestens 4500 Jahre alt, manche glauben sogar älter (wie immer weiß die Forschung aber mal wieder nichts Genaues). Auch umstritten ist, ob er nun als Grabstätte oder eher als Versammlungsort gedient hat. So oder so ist es imposant zu sehen, insbesondere wenn man bedenkt, dass den Menschen damals sicherlich ein gallischer Zaubertrank (oder Obelix) zum Transportieren der Steine gefehlt hat. Die Anlage ist auf den Berg Peña de los Enamorados ausgerichtet, der die Form eines Gesichtes aufweist. Vielleicht, so mal wieder unsere klugen Forscher, lässt sich damit auch die Abweichung der Standartbaurichtung erklären, wie sie andere Megalithenbauten auf der Iberischen Halbinsel aufweisen. Jaja, wer weiß… Unser Highlight an dieser Stelle waren dann aber übrigens eher die Enten.

 

Doch noch sind wir nicht genug in der Zeit zurückgereist. Nach diesem Ausflug ging es für uns zum Torcal de Antequera. Hierbei handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, das geprägt von Karstformationen ist. Wer jetzt genauso ratlos ist, wie ich, als ich das zum ersten Mal gehört habe, kann sich auf eine Erklärung auf deutsch freuen: Vor 100 Millionen Jahren war an dieser Stelle noch das Wasser von Tethys, von dem heute nur noch das Mittelmeer übriggeblieben ist. Durch Ablagerungen (das ist der Teil, den wir zuhause am Wasserhahn immer beklagen, weil wir dann putzen müssen) hat sich Kalkgestein gebildet. Infolge von Plattenverschiebungen hat sich diese Region später zu Hügeln und Bergen erhoben. Durch die Kohlensäureverwitterung und die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit der Sedimentablagerungen erklären sich schließlich die horizontalen Muster in den Formationen. So, sind wir jetzt alle schlauer? Dann einfach Bilder gucken und staunen. Denn „sowas hab ich echt noch nie gesehen“. (Nicht mal im Fernsehen, wo man doch sonst alles sieht 😀 )

 

Weil wir dann immer noch nicht genug hatten, sind wir an den Laguna de Fuente Piedra gefahren. Dort hat uns dann leider eine Enttäuschung erwartet, denn „irgendwer hat das Wasser  geklaut!“ Wir hatten trotzdem einen ganz hübschen Sonnenuntergang, aber damit ihr wisst, was unbedingt wiederholt werden muss, hier ein Video von diesem wunderbaren Ort.

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