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Las Alpujarras – Bergauf und Bergab lauern Abenteuer

Die Straße der weißen Dörfer oder auch Las Alpujarras: Das sind eine ganze Ansammlung kleiner Dörfer in der Sierra Nevada, die bekannt sind für ihren weißen Hausanstrich und ihre vielen selbstgemachten Waren wie Pullover, Decken, Körbe, Ledertaschen, Schinken, Honig, Schokolade. Wenn es nur um diese Waren ginge, könnte man mit einem Auto sicherlich alle Dörfer an einem Tag abklappern und seinen Geldbeutel ein gutes bisschen erleichtern. Nur, dass ich kein Auto da habe (klar, ich könnte eines mieten, aber darum geht es nicht) und auch nicht den ganzen Tag shoppen möchte. Viel besser ist doch eine kleine Wanderung. Von einem Dorf ins andere, das sollte ja reichen. Ausgewählt haben wir dafür als Startpunkt Capileira, das zweithöchst gelegene der weißen Dörfer. Über Bubión, dem nächstgelegenen Dorf sollte es nach Pampaneira gehen, einem Dorf, das berühmt für seinen Serano Schinken ist. Und weil wir modern sind, fragen wir Google Maps, wie lange das dauert. 81 Minuten? Das ist wirklich nicht sehr lange. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht im Touristbüro nach einem schönen Wanderweg abseits der Straße fragen würden und diesem dann folgen. Also ohne nach der Länge oder der Dauer zu fragen (immerhin haben wir uns vorher mit wahnsinnig leckerem selbst gebackenem Brot gestärkt und das ein oder andere Souvenir gekauft!).

Geschätzte 6 Kilometer sind wir am Ende gewandert, etwa drei einhalb Stunden lang. Nicht sehr lange, nicht sehr weit, aber verdammt steil bergab und noch steiler wieder bergauf. Beim Start schien die Sonne noch an einem strahlendblauen Himmel und wir haben mehrmals überlegt, den Berg doch nach oben zu wandern anstatt bergab, da dort oben der Himmel auf uns zu warten schien. Nach und nach kamen allerdings Wolken auf und es dauerte nicht lange, bis auf 1500 Metern, also in etwa auf der Höhe, auf der Capileira lag, alles von Nebel umhüllt war, der langsam weiter nach unten sank. Happy Halloween, kann man da nur sagen!

Nichts desto trotz war es eine unglaublich schöne und farbenprächtige Wanderung mit tollem Sightseeing von Khakibäumen, Kiwi und dem ein oder anderen Wasserfall. Unterwegs haben wir auch einen netten Wanderer getroffen, der von uns ein paar Gruppenfotos gemacht hat (anscheinend fand er Spaß daran, denn er machte es von allen Seiten sowohl mit Fluss als auch mit dem Tal im Hintergrund). Wir ließen uns auch den Weg von ihm beschreiben und2015_10_31 Alpujarras (164) etwas über die Umgebung aufklären, bis er in einem etwas schnellerem Tempo weitermarschierte.  Am nächsten Wegweiser hinterließ er uns allerdings eine Nachricht. Hatte er uns nämlich zuvor noch gesagt, dass der Wanderweg direkt nach Pampaneira führen würde und nicht über Bubión, so entschuldigte er sich an eben jenem Wegweiser, der uns ins letztere der beiden Dörfer führte,(die Botschaft schr2015_10_31 Alpujarras (166)ieb er auf ein Taschentuch und befestigte es mit einem Grashalm am Wegweiser) und wünschte uns noch viel Spaß auf der Wanderung. Am Ende haben wir uns mit besagtem Serano Schinken gestärkt, die örtlichen Weine getestet und uns die lokalen Fleischspezialitäten erklären lassen. Danach ging es in die Schokoladenfabrik Abuela ili, in der wir über 60 verschiedene Sorten von Schokolade probieren konnten: jeweils weiße, Milch- und dunkle Schokolade mit wahlweise Honig, Salz, Pfeffer, Nüssen, Mandeln, Zitrone, Orange, Zimt, Keksen, Chili, Ingwer und vielem, vielem mehr. Der Wahnsinn! Der Höhepunkt bildete die Verköstigung von Schokoladenbier – hat leider allerdings überhaupt nicht geschmeckt.

Danach ging es nach Hause, es war ja schon dunkel geworden. Nachdem wir etwas nach der Bushaltestelle suchen mussten (die nicht als solche erkenntlich war, weshalb wir verschiedene Ladenbesitzer danach fragen mussten, wo genau der Bus nun halten würde), hieß es allerdings erstmal warten. Denn der Bus tauchte und tauchte nicht auf. Wir erfuhren, das auch der Bus, der bereits zweieinhalb Stunden früher hätte kommen sollen, nicht aufgetaucht war und machten bereits Pläne für eine Übernachtung im Hostel (was wir aber eigentlich nicht wirklich wollten), eine Taxifahrt (nur das in das Dorf kein Taxi kommen wollte) oder eine verzweifelte nächtliche Tramping-Aktion (nicht ernst gemeint). Nach etwas über einer Stunde und einem längeren Gespräch mit der Busgesellschaft kam der Bus allerdings doch und wir kamen äußerst müde in ein Halloween-feierndes Granada zurück.

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3 Kommentare zu „Las Alpujarras – Bergauf und Bergab lauern Abenteuer

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