Reisen

Gibraltar – Da, wo die Affen wohnen

Ein bisschen ist es ja schon her, seit ich in Gibraltar war, aber meiii, hab halt auch nichIMG_7393t immer für alles Zeit. Nach Gibraltar fährt man von Granada aus in 2,5 Stunden, ideal also für einen Tagestrip. Eigentlich sollte es zusammen mit einer Freundin sein, aber da sie kurzfristig abgesagt hat, bin ich dann halt alleine los – zusammen mit über 200 anderen Studenten, die sich für den Trip angemeldet hatten. Von denen habe ich dann aber nach der ersten Überquerung des Flugfeldes und nach Betreten des Grand Casemates, dem Hauptplatz in Gibraltar, nicht mehr viel mitbekommen. Gebt mir eine Kamera und ich hab meine Augen einfach woanders als auf all den Leuten um mich herum.

Gibraltar ist Teil des Britischen Empires, regiert sich aber größtenteils autonom. Die Stadt ist auf einem der südlichsten Zipfel Spaniens gelegen und in etwa so groß wie ein sehr langgezogenes Dorf. Es gibt insgesamt drei große Straßen, mit denen man überall hingelangen kann.  Hauptattraktion ist der gigantische Felsen (oder sollte ich kleiner Berg sagen?), auf dem Berberaffen in freier Wildbahn ihr Unwesen treiben. Der Berg ist ein nationales Reservat und kann nur gegen Gebür von einem Euro betreten werden. IMG_3496Wer zudem die dortgelegenen Stalagtiden-Höhlen und Tunnel aus dem 2. Weltkrieg sowie jenen aus der Invasion Gibraltars anschauen möchte, muss ganze 15 Euro zahlen. Die Affen kann man aber auch so sehen, wenn man sich irgendwie den Berg hochschleppt, der stellenweise schon verdammt steil sein kann! Es gibt natürlich auch eine Seilbahn, die hochführt und einem einen atemberaubenden Ausblick über das Meer, das nahegelegene Algeciras und das weiter entfernte Afrika erlauben. Wer hier geizig ist und sich denkt, dass er sich das sparen kann, hat hoffentlich gute Laufschuhe angezogen und mehr als einen Liter Wasser im Gepäck. Unsportlich sollte man auch nicht gerade sein.

Neben diesem Aussichtspunkt in luftiger Höhe gibt es zudem den Europapoint, den südlichsten Punkt Gibraltars. Dort befindet sich neben einer wirklich schönen und großen Moschee noch ein Leuchtturm. Dorthin sollte man allerdings mit dem Bus fahren. Zwar ist es zu Fuß durchaus machbar, aber da die Wege nicht gerade fußgängerfreundlich sind (teilweise läuft man auf der Straße selbst) und die Autofahrer nicht gerade rücksichtsvoll fahren, ist es im Bus einfach sicherer.

Gibraltar 2

In der Stadt selbst gibt es neben der ein oder anderen Kapelle, einer großen Kirche und ein paar Pubs nicht allzu viel zu sehen. Hier lohnt es sich, ein bisschen in den Läden zu bummeln und sich für Fish & Chips oder einem Pint hinzusetzen und die Beine etwas auszuruhen. Da fällt einem auch auf, dass Gibraltar für eine britische „Kolonie“ gar nicht sooo britisch ist. Irgendwie kommt es einem eher so vor wie eine britische Kleinstadt mit Sonnenstich. Ganz südländisch eben, aber mit typischer britischer Architektur, britischer Küche und britischem Charme. Wirklich seltsam, aber definitiv mal einen Besuch wert!

Noch ein paar Kleinigkeiten:

  • Gibraltar ist NICHT das kleinste Land Europas, wie es manche Guides gerne behaupten. Das ist und bleibt der Vatikan. Klein ist Gibraltar trotzdem.
  • Amtssprache ist Englisch, aber die Bevölkerung ist bilingual erzogen und spricht fließend Englisch und Spanisch.
  • Die Affen sind nicht nur frech, sie sind verdammt frech. Sie klauen prinzipiell alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Einen Affen durfte ich sogar dabei beobachten, wie er einem Touristen, der gerade völlig erschöpft aus seiner Wasserflasche trinken wollte, auf die Schulter gesprungen ist und aus der geöffneten Flasche getrunken hat.
  • In der Stadt gibt es wahrscheinlich mehr Kanonen zu bestaunen als in irgendeiner anderen Stadt dieser Größe. Highlight ist eine 100 Tonnen schwere Tonne. Mal ehrlich, was ist so toll an den Teilen?
  • Wer es eilig hat, nach Hause zu kommen, sollte bedenken, dass man das Land über eine Landebahn verlässt. Kommt gerade ein Flieger, kann man gut und gerne mal eine Viertelstunde warten, bis es weiter geht.
  • Gezahlt wird generell in Gibraltar-Pfund, aber eigentlich werden überall auch Euros genommen.
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