Erasmus

Die Liebe zum Fleisch – Mein erstes Asado

Wir Deutschen würden es Grillen nennen. In Amerika würde man von einem Barbecue sprechen. In Argentinien nennt sich das Ganze Asado. Und ist ein bisschen Extremer als das, was wir darunter verstehen.

Während wir unsere fertigen Fleischprodukte beim Metzger kaufen, gehört in Argentinien zu einem richtigen Asado auch das Schlachten des Tieres, vornehmlich des Rindes. Natürlich wird das in der Stadt nicht gemacht und auch dort werden die Produkte gekauft. Wenn man sie dann allerdings hat, kommt nicht ein fertig marinierter Spieß auf den Grill, sondern das rohe, unbehandelte Stück Fleisch. Häufig in derart großen Massen, dass einem beim Hinsehen ganz schlecht werden könnte. Die Argentinier grillen nicht einfach ganz zahm und sauber mit einem Gas- oder Elektrogrill. Dort wird Kohle genutzt, das Feuer ist offen, bestenfalls in einem größeren Ofen im Garten. Das Besondere am Fleisch ist der Ruß, der einem Steak den würzig, verrauchten Geschmack verleiht.

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Rindersteaks gehören zu Argentinien wie die Wurst zu Deutschland. Was viele nicht wissen: Auch jede andere Form von Fleisch wird in Argentinien in rauhen Mengen verspeist. Vegetarier haben es da schwer (und überleben laut der Aussage eines Vegetarers, den ich vor Ort kennenlernte, hauptsächlich dank der zunehmenden Zahl an Chinesen, die andere Essgewohnheiten ins Land bringen). Ein richtiges Asado in der Hauptstadt werdet ihr vermutlich nicht so leicht finden. Wenn ihr es aber mal raus aufs Land schafft, dann solltet ihr euch so etwas nicht entgehen lassen (vorausgesetzt ihr esst Fleisch!), denn diese Esskultur ist schon etwas Besonderes. Und wenn man es so will: Wir Deutschen lieben doch das Grillen? Das Asado wäre dann die Speerspitze des Ganzen!

Mein erstes Asado hatte ich in einer Kleinstadt in einem kleinen, unauffälligen Restaurant. Ich habe mir vom Kellner etwas empfehlen lassen und konnte dann dem Koch direkt zuschauen, wie er das Steak gegrillt hat, während ich auf der Terrasse in der Sonne saß und entspannte. Wie auch in Deutschland ist in Argentinien Grillen eine Gemeinschaftssache. Man sitzt zusammen, plaudert und wacht über das Fleisch. Während hier allerdings haufenweise Salate, Kartoffeln und Nudeln dazu gereicht werden und weiß Gott wie viele verschiedene Dinge noch auf dem Grill landen, steht dort das Fleisch im Vordergrund. „Hay Carrrrne hoy!“, betonte mein Gastvater gerne. Es gibt Fleisch heute. Er sagte das stets mit einem verschmitzten freudigen Lächeln, als wäre es ein besonderer Tag. Dabei gab es doch jeden Tag Fleisch. Und dazu? Manchmal einen einzelnen Salat, manchmal auch noch eine Kartoffel. Aber das wars dann auch. Im Restaurant gibt es häufig aber auch Ei, Kartoffelpüree und Gemüse dazu. Das Fleisch steht dennoch immer im Vordergrund und manchmal dachte ich auch, es ist Hauptnahrungsmittel der Argentinier.

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//goo.gl/EUDs6o

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