Erasmus

Weil es Zimmer in Hülle und Fülle gibt…

Vor meinem Aufenthalt haben mich viele gefragt, warum ich nicht in ein Studentenwohnheim ziehe. Die Antwort war einfach: Es gibt in Granada keine. Dafür sollte die Zimmersuche ganz leicht sein. Ihr wisst inzwischen, dass ich tatsächlich nach drei Tagen ein Zimmer in einer netten WG gefunden habe. Dass es bis dahin aber ein langer Weg war, kann man sich kaum vorstellen. Drei Tage sind schließlich nicht lange. Da ich inzwischen über das Erlebte wieder lachen kann, will ich mal von meinen

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„Highlights“ bei der Zimmersuche erzählen:

– Einmal habe ich direkt vor einer Wohnung gestanden und wollte gerade auf den Klingelknopf drücken, als ich beschloss, nochmal die Adresse zu überprüfen. So viele verschiedene Nummern wie ich inzwischen im Kopf hatte, konnte mir da ja schnell in Fauxpas unterlaufen und bevor ich das einem Spanier erklären musste, wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen. Ich schaute also nochmal auf mein Handy und stellte fest: Oha, eine E-mail! Der Inhalt war eindeutig: „Lo siento, pero el piso ya es alquilando“ (Tut mir Leid, aber das Zimmer ist bereits vermietet). Ja, schön wärs gewesen, aber dann muss ich halt zum nächsten Haus weiterlaufen. Ärgerlich nur, dass ich dafür eine halbe Stunde durch die Stadt gelaufen bin und jetzt ohne Ergebnis auch wieder denselben Weg zurückmuss!

– Mit einer Person auf Spanisch telefonieren und nichts verstehen, schien mir normal. Aber wenn es mal nicht an den mangelnden Spanischkenntnissen liegt, ist das ärgerlich. So habe ich tatsächlich mit einer Frau telefoniert, die wohl noch nie gesagt bekommen hat, dass man am Telefon klar und deutlich sprechen sollte. Und mit armen Studenten, die die Sprache nicht beherrschen, eventuell auch mal etwas langsamer als sonst. Ehrlich, manchmal scheitert es nicht mal an der Fremdsprache, sondern schlichtweg daran, dass die Leute nicht telefonieren können!

– Wieder am Telefon habe ich eine Adresse genannt bekommen, die es nicht gibt. Auf erneute Nachfrage, ob ich mich vielleicht verhört habe und ob man die Adresse vielleicht buchstabieren oder per SMS zusenden könne, kommt keine Antwort mehr . Stattdessen wird einfach aufgelegt. Na danke! War meine Frage wirklich so unhöflich?

– Auch wirklich aufmunternd: Eine Wohnung besichtigen und von der Vermieterin alle anderen Straßen in der ganzen Stadt abgeraten bekommen. Klar, natürlich, nur diese einzige Straße ist nachts sicher und nur diese Wohnung ist perfekt für mich geeignet. „Nein, danke?“

– Die Wohnung einer alten Dame besichtigen, die einem vor lauter Freude über einen Zuhörer gleich die ganze Lebensgeschichte erzählen will. Ja, hm, okay. Ich müsste dann mal gehen!

Last but not least der Höhepunkt schlechthin:

– Bei einer Wohnung zusagen und daraufhin mitgeteilt bekommen, dass man sie noch nicht haben kann, da man erst noch auf die Absage der vorherigen Besucher warten wolle. Ja, gut, aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass da jeder absagt! Und nein danke, ich will nicht wirklch eine GANZE WOCHE auf eine Zusage warten. Ist das euer Ernst?

 

Für diejenigen von euch, die auf Zahlen stehen:

Ein Zimmer in einer WG kostet unabhängig von Größe und Anzahl der Mitbewohner zwischen 170 und 250 € kalt.

Nebenkosten für einen Monat betragen etwa 25-40 Euro. Im Winter kann es deutlich mehr werden, wenn man eine Elektroheizung hat, da Strom in Spanien teuer ist!

Um ein gutes Zimmer zu finden haben die meisten Studenten, von denen ich weiß, im Schnitt 4 Tage gebraucht.

Die meisten WGs bestehen aus 3-4 Personen.

Am Tag kann man gut und gerne 10 verschiedene Zimmer besichtigen.

 

Noch Fragen?

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