Erasmus

Vier Zimmer, Küche, Bad

Von Anfang an war für mich ja klar, dass ich mir hier eine WG suchen würde. Wie sich schnell herausgestellt hat, wäre etwas anderes auch sehr, sehr viel schwieriger gewesen. Granada ist eingestellt auf Erasmus-Studenten und es gibt daher viele WGs, die Zimmer anbieten, aber nur sehr selten findet man eine Wohnung für eine einzelne Person. Wenn überhaupt, dann mit vier Zimmern, um sie zu einer WG umzufunktionieren.

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Mein Zimmer in Granada

Bereits am Tag meiner Ankunft habe ich mich an die Zimmersuche gemacht und sogar noch am selben Abend die erste Wohnung besichtigen können. Wie sich schnell herausstellte, gab es nur 3-4 Stunden Heizung im Winter und das in einer Wohnung mit wahnsinnig schlecht abgedichteten Fenstern und einem Mitbewohner, der ein Faible für Dreck und Unordnung zu haben schien. Hinzu kam, dass die Wäsche nur in einer feuchten Kammer aufgehängt werden konnte. Auf meine Frage, wann hier zum letzten Mal Wäsche hing, bekam ich die Antwort, dass dies vor vier Tagen der Fall war. Noch immer war es in dem Raum allerdings unglaublich feucht und der Boden war von einer Wasserlache bedeckt. Ja, ich habe mich darauf eingestellt, dass es in Spanien anders werden würde, aber einen solchen Abstieg von deutschen Verhältnissen wollte ich dann doch nicht. Hinzu kam bei dieser ersten Wohnung, dass ich mir trotz gutem Orientierungssinn nicht einmal merken konnte, in welcher der vielen winzigen Seitengassen die Wohnung lag.

Am nächsten Morgen habe ich die nächste Wohnung betrachtet. Sie lag etwa 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt, etwa 45 Minuten von der Universität. Dafür hatte sie alles, was man so brauchte: Heizung, Warmwasser, war super ordentlich und schön eingerichtet, zwei meiner Mitbewohner waren spanischsprachig (die anderen gab es noch nicht) und das Zimmer war groß und lag im Budget. Die Lage jedoch ließ mich zögern. Von meinem Buddy habe ich das Viertel abgeraten bekommen, da dort nachts niemand mehr auf der Straße ist und es weit ab vom Schuss ist. Busse würden nur bis 23 Uhr fahren und danach wäre ich wohl oder übel auf Taxis angewiesen, um sicher nach Hause zu kommen.

wohnzimmer

Am selben Tag besichtigte ich noch eine Wohnung in der Innenstadt, schlug diese ab, weil sie von zwei Raucherinnen bewohnt wurde und auch nicht so wirklich gemütlich wirkte. Ich hatte eigentlich noch weitere Termine, aber einer wurde mir abgesagt, als ich direkt vor dem Haus stand und klingeln wollte (El piso no esta libre no más! – Das Zimmer ist nicht mehr frei!) und die Vermieterin des anderen Zimmers hatte ich am Telefon nicht richtig verstanden und dIMG_3401eshalb die Straße, in die ich musste, nicht gefunden. Leider war sie auf Rückfragen hin nicht mehr erreichbar..

An diesem Abend begann ich, meine Prioritäten für Wohnungen festzulegen: Heizung, Nette Mitbewohner, vorzugsweise spanischsprachig, möbliertes Zimmer (ziemlich normal), zentrale Lage, gute Busanbindungen an die Uni. Zudem tat ich mich mit meinen Hostelmitbewohnern zusammen, die ebenfalls ziemlich verzweifelt gesucht hatten. Wir hielten uns darüber auf dem Laufenden, wer welche Zimmer besichtigt hatte und konnten so weitaus mehr Zimmer abhaken, anstatt alle doppelt zu besichtigen. Freitags schafften wir es somit zu dritt ganze 20 weitere Zimmer zu besichtigen. Am Ende des Tages hatte ich mich für eines entschieden, das alle meine Prioritäten erfüllte. Die ziemlich schmutzigen Wände und die etwas chaotisch zusammengewürfelte Küche nahm ich dafür gerne in Kauf nach all den Bruchbuden, die ich vorher schon gesehen hatte. Auch eine der anderen beiden hatte an diesem Abend ein Zimmer besichtigt, für das sie sich am nächsten Morgen entschied. Die dritte in der Runde musste noch bis Sonntag weitersuchen.

Nun also zu meiner Wohnung: Ich lebe zusammen mit Anna, Rosario und Paula, alle drei Spanier.bäder Ros und Paula sind Geschwister aus Cordoba. Er studiert Informatik und Management im Master. Im November wird er mit seiner Masterarbeit beginnen. Paula wartet noch auf eine Masterzusage und studiert deshalb momentan gar nicht. Anna studiert Bibliotheks- und Dokumentationswesen. Die drei sind wirklich nett und hilfsbereit, wollen mir mehr von Granada zeigen und mich nach und nach in die spanische Kultur einführen. Sie bemühen sich wirklich, mir alles zu erklären, von den besten Busanbindungen bis hin zu guten Bars und tollen Ausflugsmöglichkeiten. Die Wohnung hat neben unseren vier Zimmern ein gemütliches Wohnzimmer mit zwei Sofas, einem Fernseher und einem Speisebereich. Außerdem gibt es zwei Bäder mit Dusche und natürlich die vollausgestattete, wenn auch wild zusammengewürfelte Küche. Mein eigenes Zimmer hat zudem eine kleine Terasse zum Trocknen meiner Kleidung und zum abendlichen Verweilen und Studieren. Die Bilder hier sind ausschließlich in dieser Wohnung aufgenommen.

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