Erasmus

Spanisch in Spanien? Fehlanzeige!

Ich habe ja gesagt, ich mache diesen Auslandsaufenthalt, weil ich mein Spanisch verbessern will und die Kultur richtig kennenlernen möchte. In Malaga war mein Ziel, mich ein wenig einzuleben und ein erstes Gefühl für den spanischen Alltag zu bekommen. Deshalb habe ich mir dort auch ein wirklich kleines Hostel namens MalagaisLife mit gerade mal 8 Betten in vier Zimmern ausgesucht (übrigens sehr zu empfehlen, da es wirklich unglaublich sauber und schön eingerichtet war und sehr zentral liegt!). Mein Plan allerdings, dort erste Kontakte zu knüpfen, schlug irgendwie fehl. Meine Zimmergenossen waren ein Italiener und zwei Italienerinnen. Letztere waren immer zusammen und haben sich gar nicht für ihre Mitbewohner interessiert, mich gerade mal mit einem „Hola“ am ersten Tag begrüßt und ansonsten die ganze Zeit italienisch geredet. Der Italiener war selbst Erasmus-Student, allerdings in Malaga, und sehr mit der Suche nach Wohnungen beschäftigt – zumindest gedanklich. Da er nicht wirklich interessiert daran war, Kontakte zu knüpfen, sind wir auch nicht großartig ins Gespräch gekommen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich eigentlich ja auch die spanische Kultur in Malaga besser hatte kennenlernen wollen. Die anderen Bewohner im Hostel haben täglich gewechselt und ich habe mit allen nur etwa zehn Minuten morgens mal gesprochen. Kontakte mussten also woanders herkommen.IMG_6958

Während einer kostenlosen Walkingtour von Explora Malaga bin ich endlich ins Gespräch mit anderen gekommen – mit Schweizern aus Kreuzlingen. Jaja, ich gehe nach Spanien und auf wen treffe ich? Klar, die Konstanzer Nachbarn. Da die Hälfte der Gruppe kein Spanisch sprach, wurde deshalb natürlich auf deutsch gesprochen – klar, hat ja auch jeder verstanden. Meine Sprachkenntnisse konnte ich daher auch nicht wirklich aufbessern. Der Plan musste also geändert werden: Ab in die nächste Tapas-Bar und irgendwie den Kellner in ein Gespräch verwickeln. Das hat sogar ziemlich gut geklappt, zumindest so lange, bis der Kellner gefragt hat, woher ich komme. Daraufhin kam eine lange Geschichte auf deutsch, dass seine Schwester nach Deutschland ausgewandert ist und er unbedingt deutsch lernen möchte und ob ich doch bitte ein paar Sätze in meiner Landessprache sagen könnte. So viel also dazu… Klar, wir haben dann auch nochmal ein paar Worte in spanisch gewechselt, aber so richtig eintauchen in die Sprache konnte ich dadurch leider auch nicht.

Am Ende war Malaga aber in ganz anderer Hinsicht sehr gut zur Eingewöhnung: Die spanische Siesta ist nicht bloß eine Geschichte. Zwar wird sie nur im Sommer richtig praktiziert, hat aber zur Folge, dass das ganze Jahr über die Geschäfte von 14 bis 17 Uhr geschlossen habe. Ich, die ich gewohnt bin, immer nachmittags einkaufen zu gehen (wer steht denn als Student früh auf zum Einkaufen?) hab dadurch täglich vor verschlossenen Türen gestanden. Da ich natürlich auch nicht um sieben Uhr abends einkaufen gegangen bin (wer zur Hölle macht das in Konstanz? Da kommen alle Schweizer?!), war es mir zunächst wirklich ein Rätsel, wann die Spanier eigentlich ihre Läden öffnen. Hinzu kam, dass ich sonntags in Spanien ankam – wenn alle Geschäfte sowieso zu sind – und am darauffolgenden Dienstag ein Feiertag war. Wirklich, Einkaufen hat sich als schwieriger herausgestellt als ich dachte. Dabei bin ich noch nicht mal bis zu dem von mir befürchteten Moment gekommen, dass ich vor verschiedenen Produkten stehe und keine Ahnung habe, was ich eigentlich vor mir habe. (Das kam aber auch noch!)

Mit der spanischen Siesta kam auch allmählich die Umstellung auf die unterschiedlichen Essenszeiten. Morgens konnte ich ja das gekaufte Frühstück essen und gegen Mittag habe ich aufgrund der Temperaturen, die sich doch noch als recht warm herausstellten, oft nur eine Kleinigkeit gegessen. Die Folge war, dass ich abends gegen sechs großen Hunger hatte. Ein echtes Problem in Spanien, denn viele Restaurants oder Bars öffnen ihre Pforten erst gegen acht Uhr und werfen auch den Ofen erst später an. Zum Glück gab es aber ein paar, die sich auf die zahlreichen Touristen eingestellt haben und früher öffneten. Und natürlich mussten dann auch bald mal Tapas ausprobiert werden!

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