Erasmus

Nach einer letzten langen Nacht in Deutschland

Jetzt ist es also so weit: Ich bin in Spanien angekommen, habe ein Zimmer gefunden und war das erste mal in der Uni. Noch haben meine Kurse nicht angefangen (erst nächsten Dienstag) und noch habe ich einiges an Bürokratiekrieg vor mir bis ich mich richtig einleben kann, aber das schlimmste ist (hoffentlich) geschafft. Und da mich so viele immer wieder anschreiben und wissen wollen, was ich so erlebe, ich aber nicht alles zehnfach erzählen möchte, habe ich mich für diesen Blog entschieden. Warum nicht alles auf thatsfortheday.wordpress.com? Nun, ich werde hier vieles von dem erzählen, was ich erlebe, und deshalb den Blog nicht öffentlich zugänglich machen, sondern nur für euch daheim in Deutschland. Ihr könnt den Link gerne an Interessierte weitergeben. Ich möchte nur nicht, dass jeder x-Beliebige Google-Benutzer alles hier lesen kann. Diejenigen Beiträge, die für die Öffentlichkeit von Interesse sind, werden parallel auch auf meinem eigentlichen Blog gepostet.

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Der Hafen von Malaga

In Deutschland habe ich noch gedacht: Ein neuer Blog? So ein Quatsch. Das lohnt sich nicht. Die paar Sachen, die interessant sind, kann ich auch einfach so veröffentlichen. Viele haben mich ja gefragt, ob ich das machen werde. Ja, jetzt schon. Jaja, ihr habt es ja geahnt…
Was ihr vielleicht nicht wusstet: Ihr habt mir das Gehen verdammt schwer gemacht. Abschiedsgeschenke und Bilder von gemeinsamen Erlebnissen, Leckereien für den Flieger, gemeinsame Essen…in den letzten Tagen in Deutschland hätte ich am liebsten die ganze Sache abgeblasen. Letzten Endes war es nur das Wissen – oder Hoffen? – auf ein unglaubliches Jahr in Spanien und mein Wunsch, wirklich spanisch zu lernen und zu reisen, der mich abgehalten hat, alles abzusagen. Naja, und dass es schon blöd wäre, auf so eine Chance zu verzichten und ich nicht jedem hätte sagen wollen, dass ich doch nicht gehe.
Meine letzte Nacht in Deutschland war dann ziemlich schlaflos. Nicht, weil ich aufgeregt war. Irgendwoher hatte ich eine innere Ruhe. Vielleicht weil ich wusste, dass ich nicht direkt in meinem Studienort landen würde, sondern erstmal drei Tage in Malaga Zeit zur Aklimatisierung und zum Urlaub hatte. Das war auch bitter notwendig, denn nach den letzten Wochen eilig Hausarbeitschreiben, Wohnung ausräumen und streichen und einem letzten Mal ganz, ganz viel kellnern war ich verdammt ausgepowert und müde. IMG_6845Und mit dem Spanisch hat es erstmal so überhaupt nicht geklappt. Dafür konnte ich mich sehr schön an das Wetter gewöhnen: Mitten in der Nacht sind wir von Lautern nach Stuttgart an den Flughafen gefahren (danke an dieser Stelle an meine liebe Mama fürs Fahren – du bist die Beste!!!) und haben uns zwischendurch immer wieder über die ständigen Regenschauer geärgert. Nach einer schnellen Verabschiedung am Flughafen bin ich in den Flieger und habe den Regentropfen nachgeschaut, die nach und nach verschwanden, je mehr der Flieger an Höhe gewann. Am Ende hatten wir die Wolkendecke durchbrochen und ein wunderschöner Sonnenaufgang hat mich begrüßt. Ich bin im Flieger etwas eingenickt, aber wirklich schlafen konnte ich nicht. Dementsprechend bin ich etwas müde die Gangway in Malaga entlanggetappt und habe nur unterbewusst den grauen Himmel über Spanien registriert. Ja, ich hatte tatsächlich noch meine Fleece-Jacke an. An der Bushaltestelle vor dem Flughafen hatte ich das Gefühl, gegen Luft anzulaufen, da es so feucht und unangenehm war. Und die Wettervorhersage war eindeutig: Am nächsten Tag sollte es Regenschauer geben. Jaja, so viel zu Sonnenschein in Spanien! Anscheinend wollte mich der deutsche Regen einfach nicht alleine lassen… Wer weiß?
Im Bus vom Flughafen in die Innenstadt hatte ich dann bereits meine ersten Sprachprobleme: „Tschuldigung, wo muss ich eigentlich aussteigen um zum Hostel zu gelangen?“ Achja, richtig, die Haltestellen haben andere Namen als in meiner Beschreibung und der Busfahrer keine Ahnung, was ich will. Nagut, auf gut Glück aussteigen kann ja auch funktionieren. Malaga ist zum Glück nicht sehr groß. Dass das auch nicht besonders hilfreich ist, wenn man einen halbstündigen Fußmarsch mit 23kg Gepäck und einer Laptoptasche, die 8kg wiegt, hätte ich mir aber schon denken können. Aber naja…auf der Karte sah es klein aus. Wirklich!IMG_6843
Am Hostel angekommen tauchte direkt das nächste Problem auf: Noch drei Stunden bis ich mein Zimmer beziehen kann und wenigstens für ein zwei Stunden Siesta halten kann. Bueno. Gefrühstückt hatte ich ja auch noch nicht, also erstmal ein Café ausfindig machen. Das war zum Glück wesentlich leichter als ich erwartet hatte, denn die Plaza de la Merced – die Anlaufstelle, wenn man in Malaga essen will – befand sich gerade mal vier Minuten Fußweg von meinem Hostel entfernt. Dort habe ich es immerhin geschafft, eine Stunde herumzusitzen und meinen Stadtplan zu studieren. Dann habe ich mich doch etwas unwohl gefühlt, da ich nichts mehr bestellen wollte und die Kellner ständig nach freien Tischen für neue Gäste gesucht hatten. Daher: „La cuenta, por favor!“ Dummerweise kam ich auf die Idee, dem Kellner das Trinkgeld gleich zu geben, was ihn sehr irritiert hat. Inzwischen weiß ich, dass der Mann vermutlich überhaupt nicht mit Trinkgeld gerechnet hat, da das in Spanien nicht allzu üblich ist. Tja, andere Länder, andere Sitten.
Danach habe ich tatsächlich auf meine Siesta verzichtet und mir die Stadt ein bisschen angeschaut. Dafür bin ich dann abends umso müder ins Bett gefallen – und etwa eine Stunde später von zwei partylustigen Italienerinnen, die sich als meine Zimmergenossinnen herausstellten, wieder geweckt worden. Buenas noches, Españia! Ich habe selten erlebt, dass jemand drei Stunden benötigt, um sich für eine Party fertigzumachen. Aber gut. Um Mitternacht war dann endlich Ruhe und ich konnte nach einem wirklich, wirklich langen Tag endlich die Augen schließen!

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2 Kommentare zu „Nach einer letzten langen Nacht in Deutschland

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