In der Kunst

Geschenke fallen nicht vom Himmel!

Geht es euch auch so, dass ausgerechnet im Juli und im August unglaublich viele eurer Freunde Geburtstag haben? Und seid ihr auch manchmal so unglaublich ratlos, was ihr dann schenken könntet? Daher will ich mich in den nächsten Beiträgen weiter mit dem Thema Geschenke befassen und euch ein paar Ideen vorstellen. In meinem letzten Beitrag habe ich euch ja schon berichtet, was für mich ein wirklich tolles Geschenk war und warum. Heute will ich mehr auf das Thema allgemein eingehen und mache mir Gedanken dazu, warum Geschenkideen nicht einfach vom Himmel fallen und Schenken durchaus eine Kunst ist.

Die Krux am Schenken

Da meint man es einfach nur gut und will etwas Schönes verschenken und am Ende tritt man ins Fettnäpfchen und der Beschenkte ist eher enttäuscht und vielleicht sogar traurig. Dabei war das so gar nicht beabsichtigt. Aber es ist eben nicht leicht. Immer nur ein Buch oder ein Gutschein, ein Film oder einen Präsentkorb, das ist langweilig! Das kann man einmal machen.. Beim nächsten Mal fällt es dann auf, das man sich nichts Neues hat einfallen lassen und die Kritik kommt prompt: Kennt man nun seinen Freund nicht? Oder ist man nicht gewillt, sich ein bisschen das Hirn zu zermatern und sich etwas Schönes einfallen zu lassen? War man etwa einfach faul und hat sich das erstbeste rausgesucht? Na danke! So war das wirklich nicht gewollt.
Mich persönlich macht es immer ein bisschen traurig, wenn sich eine gute Freundin oder ein guter Freund scheinbar keine Mühe gegeben hat. Einfach in den nächstbesten Buchladen stürmen und einen Gutschein kaufen, ist wirklich keine Herausforderung und hat für mich den gleichen Effekt, wie wenn man mir das Geld einfach in die Hand drückt. Klar, ich freue mich, das meine Liebe zu Büchern erkannt wurde. Und ich verstehe auch, das es für manche schwierig ist, ein Buch zu suchen, das ich noch nicht habe (eigentlich habe nicht viele Bücher, aber okay, das weiß eben auch nicht jeder). Trotzdem bleibt einfach der Gedanke hängen, dass sich die Person doch weniGutscheinTippgstens hätte Gedanken machen können. Zum Beispiel hätte eine gute Buchempfehlung dazu gepasst: Damit geht man nicht das Risiko ein, das die Person das Buch schon hat, und zeigt, das man sich überlegt hat, welches Buch gefallen könnte.

Manchmal mangelt es an Zeit, Geld oder Ideen

 

Ich sagte es ja bereits: Juli ist Geschenkezeit. Und gleichzeitig Prüfungszeit, Urlaubszeit, irgendwie einfach gar keine Zeit. Etwas Großartiges zu basteln erfordert aber viel Mühe und eben auch genau das, was keiner hat: Zeit! Hinzu kommt das endlose Problem der Kreativität. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber anscheinend sind gute Ideen Mangelware und so trumpft jeder einfach nur damit auf, möglichst viel ausgeben zu wollen. Dabei ist das überhaupt nicht nötig! Jeder weiß doch, dass ein Student weniger verdient als ein Arbeitnehmer, das ein Kind nicht so viel Taschengeld hat wie die Eltern an Gehalt bezahlt bekommen. Teure Geschenke dienen meiner Meinung nach aber nur dazu, das Geld zu präsentieren. Und ich rede hier nicht von der teuren Skijacke, die die Eltern ausnahmsweise für den Ski-Urlaub des Kindes kaufen, sondern von der neuen Spielzeug-Konsole, obwohl die alte noch vollkommen in Ordnung und gut in Gebrauch ist. Geld ist also wirklich nicht das Entscheidende und man muss einem Geschenk auch nicht ansehen, wie viel es gekostet hat. Leider löst das nicht das Problem mit der Kreativität. Wenn es nämlich nichts Teures sein soll, was dann? Da ich behaupte, dass jeder seine Freunde kennt und einigermaßen weiß, wie kreativ sie sind, kann auch jeder abschätzen, wie viel Liebe in einem Geschenk steckt.

Geschenkideen fallen nicht einfach vom Himmel!

Klar, ist der Schenker total im Stress, sollte man nichts Großes erwarten. Ich will schließlich auch nicht, dass sich jemand meinetwegen total ins Verderben stürzt und sich übernimmt. Und auch bin ich immer glücklich, wenn ich überhaupt etwas bekomme. Auch ganz schlichte Gutscheine können wirklich toll und praktisch sein – wenn man sie braucht!
Und genau da sind wir beim Kern des Problems angelangt:

Geschenke, die man nicht brauchen kann

Manchmal kann man sich noch sehr darüber freuen, dass jemand an einen gedacht hat und man ein Geschenk bekommen hat – die Freude wird durch die Sinnlosigkeit des Gegenstandes getrübt: Ein Buch für jemanden, der lesen hasst? Eine Schallplatte für jemanden, der keinen Schallplattenspieler hat? Eine Figur für das Bücherregal, die neben all die anderen verstaubenden Figuren gestellt wird und total untergeht? Einen Gutschein für ein Geschäft, das man wahrscheinlich nie betreten wird?
Man kann es nicht anders sagen: Manche Geschenke sind einfach absolut sinnlos! So viel Geld der Schenkende auch ausgegeben haben mag, man fragt sich doch, was er sich eigentlich gedacht hat. Wie wollte er mir denn eine Freude mit etwas bereiten, das ich überhaupt nicht brauchen kann? Das ich vielleicht sogar eher hässlich oder blöd finde, im schlimmsten Fall sogar beleidigend? Mein Fazit nach vielen Jahren des Schenkens ist, das ein Gutschein manchmal sogar wirklich sinnvoll ist, wenn einem ansonsten nichts besseres einfällt als ein zweites vollständiges Set Weingläser zu verschenken.

Ein gutes Geschenk…

….ist personalisiert und kann gebraucht werden. Das sind eigentlich die beiden Hauptpunkte. Der Preis ist dabei doch eigentlich egal. Personalisierte Geschenke zeigen von vorneherein, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, was gefällt, und wenn die Person es zudem brauchen kann und es nicht irgendwo in einer Ecke verstaubt, hat man eigentlich alles erreicht. Der oder die Beschenkte wird sicherlich oft an einen denken, wenn sie das Geschenk sieht oder in die Hand nimmt und kann sich noch lange daran erfreuen, das an sie gedacht wurde.

Persönlich und brauchbar – so einfach kann Schenken sein.

Doch wie findet man ein solches Geschenk? Darum wird es in meinem nächsten Beitrag gehen. Und wie sieht es eigentlich mit Geschenken aus dem Urlaub aus, kleinen Mitbringseln für die Lieben zuhause? Auch das wird noch einmal Thema werden, bevor es dann mit Lateinamerikanischer Kultur weitergeht.

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4 Kommentare zu „Geschenke fallen nicht vom Himmel!

    1. Hey, danke für das Kompliment! Klar kann ich auch mal einen Gastbeitrag schreiben. Schreib mir doch einfach eine Mail (liskaz@online.de) , dann können wir das genauer besprechen 😉

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