Film und Fernsehen

Wüstentänzer – Afshins verbotener Traum von Freiheit (Film)

Über das Leben im Iran lernen wir in Deutschland nicht viel. Den meisten sind die Nachrichten von Attentaten und militärischen Bewegungen bekannt, doch den Alltag der Iraner kennen wir nicht. Bestenfalls gibt es da einen Bekannten, der uns ein bisschen was erzählen kann, doch wer fragt schon allzu genau nach?

Wüstentänzer bringt jetzt Einblicke in eine Welt, die fern und gefährlich erscheint, aber auch unglaublich faszinierend. Was ist das für eine Welt, in der Musik und Kunst gefährlich sind, in der Tanzen verboten wird und Maler verfolgt werden?

Afshins Traum ist es, Tänzer zu werden. Schon in der Schule hat er sich einer Gruppe angeschlossen, die sich den verbotenen Künsten gewidmet hat. Später an der Universität beschließt er, eine eigene Untergrundgruppe zu gründen und bringt den Mitgliedern verschiedene Tanzstile von Michael Jacksons „Moonwalk“ bis hin zu schwierigen Figuren aus dem Bereich des Ballett näher. Die jungen Erwachsenen entdecken eine faszinierende und bezaubernde Welt für sich.

Bald jedoch holt die Realität sie ein: Demonstrationen auf der Straße enden in Straßenschlachten, Rebellen werden gefoltert und grausam ermordet. Afshin kämpft weiter, ist sich aber auch der wachsenden Gefahr bewusst. Er überzeugt die anderen, ihr Können vor einem Publikum unter Beweis zu stellen – und wird erwischt. Nach langem Zureden von seinen Freunden kann er überzeugt werden, das Land zu verlassen und in Paris sein Glück zu versuchen. Doch auch dort lässt ihn die Vergangenheit nicht ruhen und er muss erneut den Mut beweisen, sich gegen ein grausames Regime zur Wehr zu setzen.

Wüstentänzer reiht sich ein in die Reihe von Filmen, die Einzelschicksale nacherzählen. Gleichzeitig bringt er das Thema des Tanzens näher und gibt Einblicke in ein Land, das wir so gar nicht kennen. Er ist filmisch gesehen kein besonderes Meisterwerk, doch die Geschichte ist bewegend erzählt und hat ein bisschen vielleicht auch die Macht, Augen zu öffnen für diese fremde Kultur. Dennoch ist er in keinster Weise anklagend oder erklärend. Vielmehr ist es ein Versuch, die Verhältnisse im Nahen Osten zu beschreiben, ohne jegliche Kritik. Aber auch Bilder können eine immense Gewalt entfalten, die klarmacht, welche Ungerechtigkeit dort herrscht. Allein deshalb möchte ich diesen Film jedem empfehlen, der sich mal fernab vom Hollywood Film neuen Themen widmen möchte.

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