Film und Fernsehen

Words and Pictures (Film)

Was ist stärker? Das geschriebene Wort oder das Bild? Was hat mehr Macht? Was erzählt uns die Wahrheit? Was ist wertvoller?
Es ist eine Frage, über deren Antwort sich Kunst- und Literaturwissenschaftler schon seit mehr als tausend Jahren streiten. Noch immer gibt es keine Antwort. Was es jedoch seit knapp einem Jahr gibt, ist ein Film, der sich genau dieser Frage widmet und nach einer Antwort sucht. In Words and Pictures sind es zwei Lehrer, die sich  streiten: der eine, Jack Marcus, Schriftsteller und Englischlehrer,, die andere, Dina Delsanto, Künstlerin und neue Lehrerin an der Schule. Die beiden erklären sich gegenseitig den Krieg, sicher, dass nur ihre eigene Disziplin den Sieg erringen kann. Ihre Schüler lassen sich davon inspirieren und geben ihr Bestes, ihren eigenen Beitrag zu leisten. Es wäre keine Liebeskomödie, wenn die beiden Lehrer nicht auch irgendwann im selben Bett landen würden. Hätte der Film an dieser Stelle geendet, wäre er bei mir mit Sicherheit in der Kategorie „oberflächliche Filme, nicht sehenswert“ gelandet. Doch seit wann ist eine Symbiose aus Sprache und Bild endgültig? Seit wann funktioniert sie (auf ewig)? Wir wissen es alle: Noch nie. Und so kann es auch für Marcus und Delsanto an dieser Stelle kein Happy End geben: Auf dem Höhepunkt stürzt sich Marcus in seine Alkoholsucht, deren Ergebnis Delsantos Rückzug in ihre eigenen vier Wände und das „Ausbaden“ ihrer Krankheit, Rheumatoider Arthritis, ist. Sie will nichts mehr von Marcus wissen.

In dem Moment, in dem das Ende unabwindbar scheint, ist es nicht ein plötzliches Nachgeben der einen oder der anderen Seite. Vielmehr ist es das Wirken einer dritten Kraft, der Musik, die die beiden noch einmal zusammenbringt für den letzten Akt. In einer öffentlichen Veranstaltung findet der Wettstreit der beiden endlich seinen Höhepunkt und eines wird klar: Bild und Sprache sind einander gleichwertig und der Mensch kann weder ohne das eine noch ohne das andere leben.

Marcus und Delsanto sind Charaktere, wie man sie nicht oft in Filmen aus den USA findet: Sie haben Ecken, Kanten und jede Menge Charme. Man möchte mit ihnen lachen, erfreut sich über die Bosheiten, die sie einander an den Kopf werfen und weiß doch ganz genau, keiner der beiden meint es wirklich schlecht mit dem anderen. Dazu kommt eine angenehme Kameraführung und passende Musik. Words and Pictures ist eine Komödie, die ich wirklich jedem nur ans Herz legen kann, klug und mit viel Liebe gemacht. Kunst- und Literaturliebhaber werden besonders auf ihre Kosten kommen.

Der Trailer mag etwas offensichtlich und langweilig erscheinen. Es mag daran liegen, dass dieser Film ein paar wunderschöne Szenen hat, die hier zusammengeschnitten wurden, dass diese aber bei weitem nicht so gut sind wie der Film als Ganzes. Ganz so, wie es also sein soll!

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