Film und Fernsehen

Lucy (Film)

Lucy ist ein Science-Fiction-Film von Luc Besson aus dem Jahr 2014, noch ganz neu also. Er handelt von der jungen Lucy, die von ihrem kurzzeitigen Lover Richard darum gebeten wird, einen Koffer an einer Hotelrezeption abzugeben. Was als einfacher Auftrag beginnt, endet in einer Schießerei und der Entführung Lucys, der anschließend eine Tüte mit Drogen implantiert wird, die sie nach Europa schmuggeln soll. Als man ihr in den Bauch tritt, platzt jedoch das Päckchen und Lucy erlangt dadurch eine übernatürliche Intelligenz, steigert ihr Bewusstsein ins Unendliche und erlangt weitere übermenschliche Fähigkeiten. Mit diesen kann sie sich aus ihrer Gefangenschaft befreien und den Wissenschaftler Samuel Norman kontaktieren, von dem sie sich Hilfe zu ihrem speziellen Fall erhofft. In der Zwischenzeit will sie zudem die anderen Schmuggler ausfindig machen und deren Päckchen an sich nehmen.

Ich möchte an dieser Stelle eine Kritik aus dem Tagesspiegel zitieren: „Was den Film überhaupt von manchen seiner Art unterscheidet: Lucy bleibt Mensch, empfindet Verantwortung, sogar Opferbereitschaft. Alles zu wissen und zu sehen, verleiht zwar überirdische Fähigkeiten, ist aber furchtbar und viel zu viel für eine einzelne Kreatur – eine moralische, ja, tröstliche Botschaft, die sich bei allem überwiegend köstlichen Tohuwabohu auch Fans eher erdverbundener Kinostoffe mühelos erschließt.“ (Jan Schulz Olaja)

Ohne den Inhalt vorwegzunehmen kann ich sagen, dass Lucy ein überaus geistreicher Film ist, in dem Sinne, dass er ein paar neue Sci-Fi-Ansätze formuliert. Auch filmisch wurde er ausgesprochen gut in Szene gesetzt: Die Naturbilder am Anfang und am Ende des Filmes sind erstaunlich gut und machen Lust auf mehr, die Kameraführung ist überzeugend, dynamisch und wirkt durch einzelne Tricks sehr realistisch. Leider ist der Film gespickt von vielen kleinen Logikfehlern. Wer darüber hinwegsehen kann, dem sei der Film dennoch ans Herz gelegt. Lucy verbindet Action und Science-Fiction sehr angenehm und schafft so eine Erzählung voller Spannung, die zugleich nachdenklich macht, woraus wir eigentlich bestehen und wie alles miteinander zusammenhängt. Ein bisschen erinnert es an Platos Welt der Ideen: Alles was wir sehen sind in Wirklichkeit Ideen von Dingen, die sich jederzeit ändern können, wenn wir ihre Verbindungen ändern.

Letzten Endes eine Filmempehlung? Ich bleibe bei der Einschränkung, dass alle, die Logikfehler nicht ertragen, von dem Film ihre Finger lassen sollen. Für alle anderen bietet das Werk erstklassig kurzweilige Unterhaltung – mehr aber auch nicht.

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