Erasmus

Die beiden von Tisch 50

Wie ist es, den ganzen Tag hinter der Theke zu stehen und Gläser zu polieren, während die beiden Kolleginnen eilig von Tisch zu Tisch eilen und Bestellungen aufnehmen oder Essen servieren? Anstrengend, so viel steht fest. Erst recht hart wird es, wenn man dann zu hören bekommt, dass eine der beiden gerade von zwei jungen Männern nach ihrer Handynummer gefragt wird. Da wünscht man sich tatsächlich mal wieder raus zu dürfen, mit Menschen zu sprechen. Irgendwie kommt einem die Theke wie eine Höhle vor oder ein Schützengraben hinter dem man sich verschanzt, Deckung nimmt vor einem Feind, der einfach nicht da ist.
Umso schöner die ersten Atemzüge an der frischen Luft. Endlich wieder richtig die Beine bewegen! Da stören auch nicht mehr die wenigen Treppen, die man ständig hoch und wieder hinunter eilt, um Bestellungen aufzunehmen und diese an die Küche weiterzuleiten oder eben Getränke zu holen. Endlich wieder mit den Gästen scherzen. Und siehe da! Zwei junge Männer haben sich an Tisch 50 gesetzt und geben alles, mit meiner Kollegin und mir zu flirten. Aber mal ehrlich: Erst fragen sie meine Kollegin, ob diese aus Norddeutschland käme, nur weil sie hochdeutsch spricht, und dann fragen sie mich, ob ich aus Deutschland stamme? Ja! Und meine Eltern? Und Großeltern? Und Urgroßeltern? Und Ururgroß….Langsam wird es lächerlich, nicht wahr? Fand ich auch. Dann doch lieber wieder hinter die Theke. Die Gläster machen wenigstens keine lächerlichen Flirtversuche.

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